Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 143† Bad Münster am Stein-Ebernburg, ehem. Burgkapelle? (aus Evang. Johannes-Kirche, sog. Wehrkirche?) 1472

Beschreibung

Grabdenkmal („epitaphium“) des Edelknappen Reinhard VIII. von Sickingen, im Jahr 1615 erstmals in der Burgkapelle der Ebernburg („in sacello arcis“) nachgewiesen, verloren. Ein Wappen, sonstige Ausführung unbekannt.

Nach Helwich.

  1. Anno d(omi)ni m cccc lxxii in vigilia s(ancti) Andreae Ap(osto)li obiit domicellus Reinhardus de Sickingen c(uius) a(nima) r(equiescat) i(n) p(ace).

Datum: 29. November 1472.

Wappen:
Sickingen.

Kommentar

Der aus dem Kraichgau stammende, wohl in kurpfälzischen Diensten stehende Reinhard VIII. von Sickingen1), ältester Sohn Swickers VI. und der Elisabeth Landschad von Steinach2), kam um 1445 durch die Heirat mit Schonette von Sien3) zu Besitzungen an Mosel und Nahe, die er wenige Jahre später durch den Erwerb der verpfändeten Ebernburg, die er zu seinem Hauptsitz ausbaute, erweitern und festigen konnte.

Begraben wurde er wohl weder in der erst 1484 zum Teil fertiggestellten Franziskaner-Klosterkirche zu Kreuznach4), noch in der 1483 geweihten und sicherlich ohne Begräbnisrecht ausgestatteten Burgkapelle, sondern in der damaligen Pfarrkirche zu Ebernburg5). Falls es sich bei Helwichs abweichender Standortangabe nicht um einen Irrtum handelt6), könnte seine Grabplatte (oder ihre Kopie) zu einem unbekannten Zeitpunkt in die Burgkapelle gebracht worden sein. Dafür spricht auch, daß im Jahr 1660 von einem weiteren verläßlichen Augenzeugen lediglich sein bronzenes Wappen („superest eius aeneum insigne“) erwähnt wird7), das sich neben dem 1584 vom Franziskaner-Kloster in Kreuznach in die Ebernburger Pfarrkirche überführten Grabdenkmal seiner Frau befunden habe.

Anmerkungen

  1. Vgl. zu ihm und zum Folgenden Europ. Stammtafeln NF XI Taf. 63 und Kehrer, Sickingen 129 (1981) 120ff.
  2. Vgl. zu ihrer gemeinsamen Grabplatte DI 12 (Heidelberg) Nr. 82 (unter der falschen Datierung 1417).
  3. Vgl. Nr. 159 von 1483.
  4. So Europ. Stammtafeln NF XI Taf. 63.
  5. Vgl. dazu Rung, Schloßkapelle 4 (1905) und Nr. 114 von 1429.
  6. Helwich führt das Grabdenkmal unter denjenigen auf, die 1584 aus dem Franziskaner-Kloster zu Kreuznach in die Pfarrkirche zu Ebernburg überführt wurden (vgl. dagegen Nr. 355 von 1584), bezeichnet sie aber alle als in der Burgkapelle und nicht in der Pfarrkirche befindlich.
  7. So Bürvenich, Annales 426.

Nachweise

  1. Helwich, Syntagma 451.
  2. Roth, Syntagma 2 (1884) 41 (nach Helwich).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 143† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di034mz03k0014308.