Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 132 Landstuhl (Lkrs. Kaiserslautern), Kath. Pfarrkirche St. Andreas (aus Kloster Disibodenberg?) 1456

Beschreibung

Glocke mit datierter Spruchinschrift. Hängt allein im oberen Glockenstuhl der 1751-53 anstelle der alten sickingischen Marienkapelle neuerbauten Pfarrkirche. Der bisherigen Literatur zufolge stammt sie aus Kloster Disibodenberg und soll 18091) als Geschenk des Mainzers Bischofs Colmar an den heutigen Standort gelangt sein. Kleine Glocke2) mit einzeiliger Umschrift zwischen Kordelstegen, als Worttrenner dienen paragraphenförmig ausgezogene Rauten.

Maße: H. (o. Kr.) 60, Dm. 70, Bu. 3,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Eberhard J. Nikitsch) [1/2]

  1. · o rex · glorie · criste · veni · cvm · pace · anno · d(omi)ni · m · cccclvia)

Kommentar

Der Text wurde im Spätmittelalter3) gern auf Glocken verwendet. Die ohne Nachweis mitgeteilte Behauptung über die Herkunft der Glocke aus dem damaligen Zisterzienserkloster konnte bislang aus sonstigen Quellen nicht bestätigt werden. Vielleicht gehört sie aufgrund der Herkunft, des Spruches und der verwendeten Worttrenner zum Werk der im Naheraum tätigen Glockengießer Jacob oder Johann Ot(to)4).

Textkritischer Apparat

  1. Dahl überliefert m · cccciv.

Anmerkungen

  1. Vgl. dazu (FS) St. Andreas - eine Gemeinde im Jahre 1978. Landstuhl 1978, 7. Dahl überliefert das Jahr 1807.
  2. Die Bronzeglocke wurde – wohl wegen ihres hellen Klanges – bisher durchgehend als „Silberglocke“ bezeichnet.
  3. Vgl. Walter, Glockenkunde 162ff.
  4. Vgl. dazu Einleitung XLI.

Nachweise

  1. L. Dahl, Landstuhl. Seine Vergangenheit und Gegenwart. Landstuhl 1908, 73 (mit Nachzeichnung).
  2. Kdm. Kaiserslautern 280.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 132 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di034mz03k0013203.