Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 21† Pfaffen-Schwabenheim, ehem. Stiftskirche der Augustinerchorherren 1317

Beschreibung

Grabdenkmal für den Ritter Johannes gen. Stelin von Bonnheim. Noch 1614 auf der linken Seite der Kirche (wohl im damals noch vorhandenen Querschiff)1) überliefert, verloren2). Ein Wappen, sonstige Ausführung unbekannt.

Nach Helwich.

  1. Anno d(omi)ni · m · ccc · xvii · obiit Johannes miles dict(us) gelina) de Bunaen (.....)b) qui dotauerat hoc altaric)

Wappen:
Stelin von Bonnheim (geschachter Schrägrechtsbalken, links oben begleitet von einer Lilie).

Kommentar

Johannes stammt aus einem im 13. und 14. Jahrhundert urkundlich mehrfach nachweisbaren Adelsgeschlecht, das sich nach der heutigen, unweit Pfaffen-Schwabenheim gelegenen Wüstung Bonnheim3) nannte. Die Stelin von Bonnheim erscheinen erstmals 1256 als Ministerialen4) der Grafen von Sponheim. Vermutlich ist der Verstorbene mit dem „Johannes Stehelin“5) identisch, der 1299 als Pleban unter den Chorherren von Pfaffen-Schwabenheim aufgeführt wird. Möglicherweise wurde er vor dem von ihm bedachten Altar begraben, bei dem es sich um den Johannesaltar handeln könnte, der im Jahr 1330 von dem Ritter Simon gen. Stelin von Bonnheim und seiner Frau Jutta zur Finanzierung eines Plebans „für sich und ihre Vorfahren“6) reich ausgestattet wurde. Hintergrund dieser Schenkung war wohl die 13087) geweihte (zu Hackenheim gepfarrte) Kapelle ihres Wohnsitzes Bonnheim, die von einem vom Chorherrenstift aus agierenden Pleban betreut wurde.

Textkritischer Apparat

  1. Sic!
  2. Helwich kennzeichnet die für ihn bereits unleserliche Stelle mit fünf Punkten.
  3. Sic!

Anmerkungen

  1. Vgl. die Abb. 36 bei Bronner, Pfaffen-Schwabenheim 101.
  2. Vgl. Nr. 14 von 1264 mit Anm. 1.
  3. Vgl. dazu Gerten, Chronik 80ff.
  4. Vgl. E. Braig, Die Wüstung Bonnheim bei Hackenheim. Notizen zur Geschichte eines versunkenen Dorfes, in: KHbll. 5 (1961) 3.
  5. Vgl. Jakob, Geschichte 16.
  6. Vgl. das Regest der Urkunde bei Fasig, Kopialbuch 2.
  7. Vgl. das Regest der Urkunde bei Jakob, Geschichte 16 sowie Braig (wie Anm. 4) 2.

Nachweise

  1. Helwich, Syntagma 322.

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 21† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di034mz03k0002102.