Inschriftenkatalog: Bad Kreuznach

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 34: Bad Kreuznach (1993)

Nr. 15† Pfaffen-Schwabenheim, ehem. Stiftskirche der Augustinerchorherren 1290?

Beschreibung

Grabdenkmal für Graf Johann I. (den Lahmen) von Sponheim(-Kreuznach), noch 1614 als „in medio“ (des Chores) befindlich bezeichnet, verloren1). Ein Wappen, sonstige Ausführung unbekannt.

Nach Helwich.

  1. Anno d(omi)ni m · cc · xcia) · v · k(alendas) Februarii obiit Joannes comes de Spanheim.

Datum: 28. Januar 1290?

Wappen:
Sponheim.

Kommentar

Der um 1245/502) als ältester Sohn Simons I. von Sponheim3) geborene Johann I. folgte seinem Vater in der Regierung der Vorderen Grafschaft Sponheim. Am 15. März 1265 wurde er mit seiner künftigen Frau Adelheid, Tochter seines Stiefvaters Graf Emich IV. von Leiningen-Landeck verlobt. Das Ehepaar stiftete 1281 das Karmeliterkloster zu Kreuznach4), das später als Grablege der Grafen von Sponheim-Kreuznach diente.

Obwohl Johann I. noch im September 1277 zum Burgmann des Mainzer Erzbischofs Werner von Eppstein auf Burg Klopp bei Bingen5) angenommen wurde, kam es zwischen beiden Territorialherren Ende 1279 zu der für den Grafen von Sponheim unglücklich verlaufenden Schlacht bei Gensingen, die mit der Plünderung Pfaffen-Schwabenheims endete. Dennoch konnte Johann I. (wie auch später dessen Sohn Johann II.)6) dort an zentraler Stelle neben seinem Vater bestattet werden.

Textkritischer Apparat

  1. Da Johann I. in einer verläßlichen Urkunde bereits am 7. September 1290 als verstorben bezeichnet wird (vgl. Mötsch, Genealogie 148), dürfte sich Helwich bei der Überlieferung des Todesjahres um ein Jahr geirrt haben.

Anmerkungen

  1. Vgl. Nr. 14 von 1264, Anm. 1.
  2. Vgl. zum Folgenden Lehmann, Spanheim 46ff. und Mötsch, Genealogie 148f. mit Stammtafel S. 166.
  3. Vgl. Nr. 14 von 1264.
  4. Vgl. Würdtwein, Mon. Pal. V 354.
  5. Vgl. Salden-Lunkenheimer, Besitzungen 95 und zum Folgenden ausführlich H. Stumpf, Die Bedeutung des Opfertodes Michel Morts, in: KHbll. 6 (1926) Nrr. 2, 4, 5, 6.
  6. Vgl. Nr. 27 von 1340.

Nachweise

  1. Helwich, Syntagma 323.
  2. Scriba, Grabdenkmähler 328.
  3. Wagner, Stifte II 40 (beide nach Helwich).

Zitierhinweis:
DI 34, Bad Kreuznach, Nr. 15† (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di034mz03k0001507.