Die Inschriften des Großkreises Karlsruhe

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 20: Die Inschriften des Großkreises Karlsruhe (1980)

Nr. 27† Frauenalb (Gem. Schielberg), ehem. Benediktinerinnen-Klosterkirche St. Maria 1414

Beschreibung

Grabmal (?) der Äbtissin Margareta Gräfin von Eberstein. Gestaltung und Standort unbekannt.

Inschrift nach Crusius.

  1. Anno Domini M · CCCC · IIII · in die Paulini Episcopi obijt Margarita, comitissa de Eberstain, Abbatissa, Requiescat in pace.

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1404 am Tag des Bischofs Paulinus starb Margarita, Gräfin von Eberstein, Äbtissin. Sie ruhe in Frieden.

Datum: 22. Juni.

Kommentar

Die Verstorbene ist 1387–1414 urkundlich als Äbtissin des von den Grafen von Eberstein gegründeten Hausklosters Frauenalb nachweisbar1. Daher wird das von Crusius und Schannat überlieferte Todesdatum 1404 in 1414 zu korrigieren sein. Da die Grundsteinlegung der barocken Klosterkirche erst 1727 erfolgte, können Crusius und Schannat noch Denkmäler im Bereich der mittelalterlichen Vorgängerkirche gesehen haben2. Auffallend ist, daß beide nur verlorene Ebersteinische Denkmäler wiedergeben, jedoch keines der fragmentarisch erhaltenen Äbtissinnendenkmäler erwähnen3. – Margareta war eine Tochter des Heinrich II. Graf von Eberstein (gest. vor 1367) und der Margareta Gräfin von Oettingen4.

Anmerkungen

  1. Vgl. M. Gmelin, in: ZGO AF. 25 (1873) 365; A. Schäfer, Geschichte Bretten 164.
  2. Bei Schannat werden Herrenalb und Frauenalb nacheinander aufgeführt; für Herrenalb werden im Gegensatz zu Frauenalb zahlreiche Denkmäler verzeichnet, die noch heute nachweisbar sind, was die Zuverlässigkeit der Schannat’schen Überlieferung stützt. – Zur Baugeschichte der heutigen Klosterruine vgl. Obser, Frauenalb I 221ff.; KdmBaden IX 3, 76ff.
  3. Vgl. nrr. 172, 258, 322.
  4. Zur Genealogie vgl. Krieg v. Hochfelden, Eberstein, Stammtafel I. – Unter Margaretas Amtsführung erfolgte der Wiederaufbau (oder Neubau?) der Klosterkirche nach dem Brand von 1403. Einziger Überrest dieser Bautätigkeit könnte ein Schlußsteinfragment eines gotischen Türgewändes mit dem Wappenschild der Eberstein und mit einer Beischrift von 1671 sein; vgl. KdmBaden IX 3, 89 u. Abb. 48.

Nachweise

  1. M. Crusius, Annales Suevici V pars III 329.
  2. Schannat, Vindemiae I 153.
  3. Gerbert II 260.
  4. Krieger I 600.
  5. Obser, Frauenalb II 426.

Zitierhinweis:
DI 20, Die Inschriften des Großkreises Karlsruhe, Nr. 27† (Anneliese Seeliger-Zeiss), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di020h007k0002704.