Inschriftenkatalog: Stadt Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 33: Stadt Jena (1992)

Nr. 251† Kollegienkirche 1640

Beschreibung

Grabstein des Ortolph Fomann d. J.; 1937 im Schiff freigelegt (Grab Nr. 12), die oberste Schicht weitgehend abgeblättert; 1945 vernichtet. Rechteckige Alabasterplatte, bemalt, mit Umschrift (A) auf dem Rahmen; im Mittelfeld oben in einem von grünem Schweifband gerahmten Rund das Wappen; darunter Is. (B) in einem von rotem Ohrmuschelwerk und Schnörkeln mit grünen Teilen gerahmten, vorgewölbten Oval.

Nach Sagittarius ergänzt.

Maße: H.: 171 cm; B.: 85 cm.

Schriftart(en): Kapitalis, golden ausgelegt, auf schwarzem Grund.

Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig [1/1]

  1. A

    ORTOLPHUS FOMA[NNU]S SECUNDUS / I(URIS)C(ONSUL)TUS CONSILIARI[US SA]XON(ICUS) PROFESSOR PUBLICUS CURIAE PROVINCIALIS ET / [SCABINATUS ASSESSOR HEIC JENAE / III JUNII ANNO REPARATAE SALVTIS ⟨MDIIC⟩a) COMMUNI BONO ET MUSIS NATUS].

  2. B

    QVUM / NON [MINORI FIDE QVAM] / DI[LIGENTIA ET INTEGRITA]TE / [PRIMO QVIDEM PER DECENN]IUM / [HISTORIAS AC POESIN D]EINDE [AUTEM JURA PER QVINQVENN]IUM / [PROFESSUS ESSET, ATQVE A]DEO [ACADEMIAE HUIUS ORNA]MENTUM / [AC DECUS INSIGNE EXTI]TISSET / [TANDEM VI. JUNII A(NNO) O(RBIS) R(EDEMPTI) / M DC XXXX.b) EX HAC VITA] PIE DISCESSIT / [TERRAE CORPUS OM]NIBUS VERO / [BONIS SUI DESIDERIUM] RELINQUENS / [CUIUS BEATIS MA]NIBUS / AETERNUM HOC PIETATIS / GRATITUDINIS ET AMORIS / MONUMENTUM / P(ONI) C(URAVERUNT) / LIBERI SUPERSTITES.

Übersetzung:

Ortolph Fomann d. J., Rechtsgelehrter, Sächsischer Rat, öffentlicher Professor, Beisitzer am Hofgericht und am Schöppenstuhl, hier zu Jena am 3. Juni im Jahre seit der Erneuerung des Heils 1598 dem Gemeinbesitz und den Musen geboren; – ist, als er mit nicht geringerer Glaubensstärke als Sorgfalt und Integrität zunächst ein Jahrzehnt hindurch Geschichte und Dichtkunst, später aber ein Jahrfünft hindurch Recht gelehrt hatte und in hohem Maße als Zier und hervorstechender Schmuck dieser Universität sich hervortat, schließlich am 6. Juni im Jahre seit der Erlösung der Welt 1640 aus diesem Leben fromm geschieden, wobei er seinen Körper dieser Erde, allen guten (Menschen) aber unstillbare Sehnsucht zurückließ. Seinen glücklichen Manen ließen dieses ewige Denkmal ihrer Pietät, Liebe und Dankbarkeit die hinterbliebenen Kinder aufstellen.

Wappen:
Fomann.1)

Kommentar

Ortolph Fomann d. J.2) wirkte seit 1625 als Professor für Geschichte und Dichtkunst, seit 1635 für Recht an der Jenaer Universität. Für seine Gattinnen erster Ehe, Margaretha verw. Hilliger, und zweiter Ehe, Dorothea Susanna Arumaeus, befanden sich ebenfalls Grabmale in der Kollegienkirche (Nr. 207 und 250). Der Grabstein gehört zur Gruppe der „jüngeren Fomanngrabmale“.

Textkritischer Apparat

  1. MDIIC fehlt bei Sagittarius.
  2. MDCXL Beier.

Anmerkungen

  1. ThüA 55, Taf. 43 (Fomann).
  2. Ortolph Fomann d. J., geboren 3. Juni 1598 in Jena; Gymnasium Schleusingen; 1606 stud. Jena; stud. Gießen und Königsberg; 1620 Dr. iur., 1625 Prof. hist. et poes. Jena; 1633 Beisitzer am Hofgericht; 1635 Prof. iur. Jena; gestorben 6. Juni 1640 in Jena.

Nachweise

  1. Beier, q.15, 608–609.
  2. Sagittarius 1720, 24–25.
  3. Vgl. Beier 1681, 289.
  4. Wennig, Verzeichnis 1937, II Nr. 4.

Zitierhinweis:
DI 33, Stadt Jena, Nr. 251† (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di033b005k0025100.