Inschriftenkatalog: Landkreis Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 39: Landkreis Jena (1995)

Nr. 337† Maua, Dorfkirche St. Laurentii 1648

Beschreibung

Inschrift auf der großen der drei Bronzeglocken;1) im Jahre 1917 abgegeben. Inschrift um den Glockenhals (A) und am Schlag (B).2) Auf der Flanke Medaillon mit den allegorischen Figuren von Liebe, Gerechtigkeit, Hoffnung; ein anderes mit Josua und Kaleb.3)

Nach Wette.

  1. A

    durchs Feuer bin ich geflossen,M(ei)st(e)r Hans Berger in Weimar hat mich gegossenanno 1648

  2. B

    Martinus von Wette. Pfarrer. Heinrich Knote und Hans Knabe, KirchVäter ietziger Zeit.

Kommentar

Das Geläut der Dorfkirche Maua war während des 30jährigen Krieges4) im Jahre 1640 vernichtet worden; im selben Jahre wurde die mittlere (Nr. 331), 1648 die beiden anderen Glocken (Nrr. 336 und 337) neu gegossen, alle drei von Hans Berger.5) Martin de Wette war seit 1642 Pfarrer in Maua.6)

Anmerkungen

  1. Die beiden anderen Glocken: Nrr. 331, 336. Die Überlieferung läßt sich nicht harmonisieren mit den Angaben bei Lehfeldt: „1) 1648 von Johann Berger aus Weimar. Namen des Pfarrers etc. ...– 2) 1648 von Johann Berger, mit Spruch: Wer Gott vertrauet etc. – 3) Laut lateinischer Inschrift zersprungen und 1722 von K.G. Ulrich aus Apolda gegossen“. Die erste (große) Glocke ist Nr. 337, die zweite (mittlere) Nr. 331 (aber falsch datiert); die dritte (kleine) kann erst nach Wette, der die Inschrift überliefert (Nr. 336), zersprungen sein, also nach 1756, wie denn überhaupt die Ulrichs erst 1759 in Apolda mit dem Glockenguß begannen. Das Datum bei Lehfeldt ist zu korrigieren.
  2. Die Namen der Honoratioren wohl am Schlag, ähnlich wie Nr. 331.
  3. Beschreibung nach BuKTh Jena, 186.
  4. Ein gleiches Schicksal erlitten im Jahre 1637 die Glocken von Winzerla (vgl. Nrr. 323 und 327) und 1638 die von Frauenprießnitz (vgl. Nr. 326).
  5. Von Hans Berger (vgl. Bergner 1896, 222; Walter 1913, 693) sind zwischen 1638 und 1680 etwa 15 Glocken nachgewiesen, darunter im Lkrs. Jena Nrr. 323 (1638), 336 und 337 (1648), eine Glocke von 1652 in Leutra, eine weitere von 1653 in Ammerbach (vgl. Nr. 65, Anm. 1). Aus dem benachbarten Krs. Naumburg sind zwei Glocken bekannt, DI 9 (Krs. Naumburg), Nrr. 532 (von 1648) und 534 (von 1650). Im selben Jahr 1648 goß Berger die Glocke in Engerda üb. Rudolstadt.
  6. Martin de Wette (vgl. Wette 1756, 259; Löbe 1891, 540–541), geb. November 1612 in Ballenstedt b. Quedlinburg; 1634 stud. Jena; 1637 Kantor in Roda; 1640 Pf. in Großkröbitz; 1642 Pf. in Maua; gest. 28. Mai 1692 in Maua.

Nachweise

  1. Wette 1756, 257.
  2. Vgl. BuKTh I (Jena), 1888, 186.

Zitierhinweis:
DI 39, Landkreis Jena, Nr. 337† (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di039b006k0033700.