Inschriftenkatalog: Landkreis Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 39: Landkreis Jena (1995)

Nr. 316 Frauenprießnitz, Dorfkirche St. Mauritii 1636

Beschreibung

Sarg der Agnes Schenkin zu Tautenburg, geb. Gräfin von Everstein, in der westlichen Gruftkammer, Mitte; von hexagonalem Querschnitt. Kupferblech. An den Seiten einfache Ringe. Schrift und Ornamente aufgemalt, aber verblaßt. Von der Inschrift (A) auf dem Deckel des Sarges ist (selbst im zugänglichen unteren Teil) nichts mehr zu erkennen, nur an der vorderen Schmalseite des Deckels Inschrift (B) in einer umrahmten Kartusche und Inschrift (C) auf einem Schriftband an der unteren Kante, das wohl um den ganzen Sargdeckel herumläuft, an den Seiten aber nicht mehr zu entziffern ist. An der Fußseite des Sargdeckels aufgemaltes Wappen, die Helmzier durch den Griff verdeckt. Der Sarg ist stark verschmutzt, die Malereien nahezu verloschen.

Maße: Sargdeckel: L. 189 cm; H. 28 cm; B. 35 cm (oben), 70 cm (unten); Bu. 1,7 cm (B), 3,2 cm (C).

Schriftart(en): Kapitalis (C) und Fraktur (B), golden aufgemalt.

  1. A

    [„Agnes von Eberstein, laut Inschrift auf dem Sargdeckel geboren 20ten Sept. 1576, vermählt 11ten Mai 1598 in Dresden, ...a) gestorben in Gera 1636.“]1)

  2. B2)

    Apocal(ypsis) 2, V(ers) 11 / Wer überwindet Dem / sol kein Leidt geschehen, / von dem andern Tode.

  3. C3)

    – – – / DIE CRON DES LEBENS EM[PFAHEN – – –]

Wappen:
Mansfeld.

Kommentar

Zu Agnes geb. Gräfin von Everstein, vgl. Nr. 263. Das Wappen der Grafen von Mansfeld am Fußende des Sarges stammt aus ihrer Ahnenprobe: Sie war Tochter des Grafen Ludwig von Everstein in Naugard (1527–1590) und der Anna Gräfin von Mansfeld (gest. 1583), Tochter des Caspar Grafen von Mansfeld in Hinterort (gefallen 1542).4)

Textkritischer Apparat

  1. Hier fügt Schneider hinzu: „wo sie bei der verwitweten Churfürstin Sophia in hoher Gnade stand“; hat er das aus der Inschrift?

Anmerkungen

  1. Schneider 1820, 17.
  2. Offb. 2,11.
  3. Jak. 1,12: „Selig ist der man, der die anfechtung erduldet, denn nach dem er beweret ist, wird er die kron des lebens empfahen, welche Gott verheissen hat denen, die ihn lieb haben.“
  4. Vgl. Europäische Stammtafeln, Bd. III, Taf. 57 (Grafen von Everstein in Naugard und Massow) und Taf. 44 (Grafen von Mansfeld Hinterortischer Linie).

Nachweise

  1. Vgl. Schneider 1820, 17–18.
  2. BuKTh I (Jena), 1888, 50, b).

Zitierhinweis:
DI 39, Landkreis Jena, Nr. 316 (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di039b006k0031608.