Inschriftenkatalog: Landkreis Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 39: Landkreis Jena (1995)

Nr. 304† Frauenprießnitz, Dorfkirche St. Mauritii 1631

Beschreibung

Sarg der Dorothea Sybilla Schenkin zu Tautenburg, geb. Reussin von Plauen, in der östlichen Gruftkammer, links; im Jahre 1819 „durch Verschüttung zerstört“1) aufgefunden und restauriert. Kupferblech,2) von hexagonalem Querschnitt; jetzt völlig verfallen, Deckel und Kasten auseinandergedrückt, die Verbindungen der einzelnen Bleche geplatzt. Von den ehemals aufgemalten Inschriften, bereits 1819 kaum noch zu lesen, ist nichts mehr zu entziffern.

Maße: L. ca. 185 cm.

  1. [„Dorothea Sybilla ... die ihrem edlen Gemahle, wie der noch lesbare kleine Teil der Inschrift auf ihrem Sarge besagt, zwei Söhne geboren, während sie selbst in der schönsten Blüte ihres Lebens im 22. Jahre ihres Alters das Zeitliche gesegnete.“]3)

Kommentar

Dorothea Sibylla aus der jüngeren Linie der Reussen4) wurde am 19. Januar 1632 in Frauenprießnitz begraben; mit ihr wohl auch ihr kurz nach der Geburt verstorbenes Söhnlein.5) Ihr Sarg ist, wie trotz der Zerstörung noch zu erkennen, von derselben äußeren Gestalt wie der ihres Gatten Christian Schenk zu Tautenburg (vgl. Nr. 328), der sich nach ihrem frühen Tod zu keiner weiteren Ehe mehr entschloß und 1640 als der letzte seines Geschlechtes starb.

Anmerkungen

  1. Schneider 1820, 22.
  2. Nicht Zinn, wie Schneider und Lehfeldt behaupten.
  3. Schneider, a.O., der in einigen Wendungen („in der schönsten Blüte ihres Lebens“) originalen Text zu bieten scheint, ohne dies anzumerken.
  4. Zu Dorothea Sybilla Reussin von Plauen, vgl. Schmidt 1903, Taf. XI, Nr. 17. Sie wurde geboren am 7. Oktober 1609 in Gera als Tochter des Heinrich Postumus Reuss (1572–1635) und der Magdalena Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt (1580–1652). Nach den Angaben ihrer Lpr. (vgl. Roth, Bd. 8, 1974, Nr. 7341; dort auch die Ahnenprobe) heiratete sie am 12. Juni 1627 im Schloß zu Gera Christian Schenk zu Tautenburg und gebar ihm am 4. Oktober 1629 einen toten Sohn, am 17. November 1631 einen zweiten Sohn, der schon kurz darauf verstarb; ihm folgte die Mutter am 25. November 1631 im Kindbett.
  5. Vom Holzsarg des 1631 (Lehfeldt falsch: 1632) verstorbenen Kindes fanden sich 1819 nur Reste, die beseitigt wurden; vgl. Schneider 1820, 20.

Nachweise

  1. Vgl. Schneider 1820, 22–23.
  2. BuKTh I (Jena), 1888, 51, f).
  3. R. Hänsel, Reußische Genealogie. Ergänzungen und Berichtigungen, Jena 1940 (Beiträge zur mittelalterlichen und neueren Geschichte, 13), 38.

Zitierhinweis:
DI 39, Landkreis Jena, Nr. 304† (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di039b006k0030405.