Inschriftenkatalog: Landkreis Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 39: Landkreis Jena (1995)

Nr. 279 Reinstädt, Kirchhof 1614

Im Druckband fehlt die Angabe der Wappen.

Beschreibung

Grabplatte des (9) Joachim Georg von der Pforten, an der nördlichen Umfassungsmauer. Rechteckige, oben flach abgerundete Platte aus grauem Sandstein mit dem Relief des Verstorbenen in adliger Tracht (Pluderhosen), die Hände vor der Brust zum Gebet gefaltet, in einem von Stäben begrenzten, rechteckigen Bildfeld; in dessen Ecken vier Wappen mit Beischriften (C); auf dem Rand, an den Seiten des Bildfeldes sich fortsetzend, Inschrift (A); unter dem Relief weitere Tafel mit Inschrift (B). Die Grabplatte ist stark verwittert, die Inschriften nur noch teilweise lesbar.

Maße: H. 209 cm; B. 100 cm; D. 15 cm; Bu. 3,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. A

    – – – / – – – VND EHRNV(EST) ∙ JOACHIM GÖRG VO(N) DER PFORTEN / IN ∙a) SEb) / ...VND SIE– – – NN.ATER.c) – – – VND – – – // – – – D]ENd) GOT [GE]N[AD]e)

  2. B1)

    VNSER KEI/[NER] L[EB]ET [I]M SEL[BE]R VND [KEINER] STIR/[BET IM SELB]E[R – – – / – – – H]ERN S[TERBEN – – – / D[EM H]ERN – – – / – – – / – – – LEB]EN[DIGE H]ERR [SEY]

  3. C

    [---]  [---] 
    D(ER) H(OPFGARTEN)  D(ER) F(EILITZSCH) 

Wappen2)
Pforten Beulwitz
Hopfgarten Feilitzsch

Kommentar

(9) Joachim von der Pforten wurde am 6. Juli 1575 in Reinstädt getauft.3) Er war der älteste Sohn des (7) Eckhart von der Pforten (vgl. Nr. 246) und der Sabina von Beulwitz.4) Beim Tod des Vaters (1600) war er der einzige volljährige Erbe des Rittergutes in Reinstädt; er selbst starb bereits 1614.5) Die Identifizierung der Grabplatte war durch die richtige Lesung des Namens möglich; entsprechend sind die vier Wappen zu bestimmen.6) Leider läßt sich der vollständige Inschrifttext nicht mehr wiedergewinnen; insbesondere ist die Anordnung der Inschrift unklar. Sie begann wohl oben auf dem Rahmen, setzte sich rechts auf dem Rahmen fort, wo sie mit PFORTEN endet. Man erwartet jetzt „zu Reinstädt“, aber das steht (zumindest auf dem linken Rahmen) nicht da. Stattdessen sind über den plumpen Schuhen, kopfstehend, je zwei Buchstaben, rechts IN und links SE eingehauen, was auf die mögliche Fortsetzung (unter der Annahme, daß weitere Titel nach PFORTEN fehlten) IN SE/[INEM ERLÖSER] führt. Doch auch hierzu fügen sich die Reste auf dem linken Rahmen nicht. Ganz ungewiß bleibt auch, ob die weiteren Buchstaben dort die Altersangabe darstellen. Sicher scheint nur, daß die Inschrift mit der Fürbitte rechts im Bildfeld abschließt.

Textkritischer Apparat

  1. Stz.
  2. IN und SE im Bildfeld unten, kopfstehend.
  3. ALTER[S]? VATER[S]?
  4. Oder SEL]EN.
  5. Die letzten drei Worte im Bildfeld, rechts.

Anmerkungen

  1. Röm. 14,7–9.
  2. Vgl. Nr. 278.
  3. Martin 1894, 487.
  4. Die Ziffern vor den Namen beziehen sich auf das bei Nr. 175 angegebene Stemma.
  5. Löbe 1891, 664.
  6. Mit einiger Not sind unten links und rechts offene Flüge zu erkennen; oben links will Kießkalt 1914, 10 „anscheinend zwei Pfähle“ gesehen haben, was für das dort zu erwartende Wappen der Pforten nicht zutrifft.

Nachweise

  1. BuKTh III (Kahla) 1888, 156.
  2. Kießkalt 1914, 10 Nr. 41.

Zitierhinweis:
DI 39, Landkreis Jena, Nr. 279 (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di039b006k0027900.