Inschriftenkatalog: Landkreis Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 39: Landkreis Jena (1995)

Nr. 208† Rothenstein, Dorfkirche St. Wenzel 1584

Beschreibung

Inschrift auf der mittleren der drei Bronzeglocken;1) im Jahre 1877 umgegossen. Inschrift (A) um den Glockenhals, Inschrift (B) wohl am Schlag.

Nach der Pfarrchronik Rothenstein.

  1. A

    Aus dem Feuer bin ich entsprossen,Eckhard Kucher Hat mich in Erffurt gossen 1584.

  2. B

    Nicolaus Tetzscher, Pfarrer ∙ Georgius Schultermeister ∙ Georg Treiber, Georg Zimmermann Altarleute ∙ Hans Landsmann, Schultheiss.

Versmaß: Knittelverse (A).

Kommentar

Bereits im Jahre 1570 hatte die Gemeinde von Rothenstein die Obrigkeit ersucht, eine Steuer zum Umguß ihrer Glocken zu gewähren, da diese, aus Kriegsbeute nach Rothenstein gekommen, miteinander nicht harmonierten.2) Erst 14 Jahre später ist der Guß vollzogen worden; sicher erst nach dem Abschluß der Restaurierung am Kirchgebäude, für die die Jahreszahl 1583 überliefert ist (Nr. 206). Zu dem Erfurter Glockengießer Eckhard Kucher, vgl. Nr. 159. Namen von Honoratioren erscheinen auf den Kucher-Glocken im Lkrs. Jena nur hier.3) Nikolaus Tetzsch (vgl. Nr. 249) war von 1575 bis 1617 Pfarrer in Rothenstein. Der Schulmeister Georg Schultermeister soll 1617 als Pfarrer nach Tieffurt gegangen sein.4) Beide Namen fehlen auf der 1615 gestifteten kleinen Glocke in Rothenstein (Nr. 281), die ebenfalls 1877 umgegossen worden ist.

Anmerkungen

  1. Neben der Glocke Nr. 281 gab es eine weitere, von Ulrich in Apolda 1825 gegossene, mit der Inschrift: Gott segne und erhalte Rothenstein. – Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine – Versammle sie die liebende Gemeinde. – Gegossen von Carl Fr. Ulrich in Apolda. 1835. (Pfarrchronik Rothenstein, S. 63); ihre Vorgängerin war (a.O. S. 12) im Jahre 1697 in Volkstedt umgegossen worden, wohl von Johann Rose.
  2. Vgl. F. Auffahrt, in: HGl Rothenstein, Jg. 4, November 1929. Der Turm der Kirche war 1553 abgebrannt.
  3. Häufiger auf Moering-Glocken, so Nrr. 299, 317, 318, 319; vgl. aber Nr. 219 (Kelch von 1589).
  4. Vgl. Pfarrchronik Rothenstein, S. 13. – 1595 wird ein Georg Schultermeier aus Eichelborn (später hinzugesetzt: „Fidelhusanus“ [aus Vippachedelhausen b. Weimar]) in Jena immatrikuliert (Matrikel Jena, 1, 297).

Nachweise

  1. Pfarrchronik Rothenstein, S. 63.

Zitierhinweis:
DI 39, Landkreis Jena, Nr. 208† (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di039b006k0020801.