Inschriftenkatalog: Landkreis Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 39: Landkreis Jena (1995)

Nr. 199 Lobeda, Stadtkirche St. Petri 1582

Beschreibung

Epitaph (?) der Judith von Ende, geb. von Stauffenberg, an der Südwand des Kirchenschiffes über der ersten Empore. Öl auf Holz. Das Gemälde zeigt die Verstorbene, bekleidet mit Kopftuch und schwarzem Gewand, vor dem Kruzifix kniend, über ihr Inschrift (A); am Kreuz der Titulus (B); im Hintergrund rechts eine Stadt, links der heraneilende Tod (Gerippe) mit Sanduhr, darüber links und rechts zwei Wappen in runden, rot umrahmten Feldern; unten eine weiße, rot gerahmte Tafel (H. 10,2 cm; B. 69 cm) mit gereimter Inschrift links (C) und Namen rechts (D) zwischen vorgezeichneten Linien

Maße: H. 71 cm; B. 83 cm (mit Rahmen: H. 90 cm; B. 102 cm); Bu. 1,2 cm, in (B) 1,4 cm.

Schriftart(en): Fraktur, in (B) Kapitalis, schwarz auf weißem Grund.

SAW Leipzig, Inschriftenkommission (Luise u. Klaus Hallof) [1/1]

  1. A

    Herr Erbarm dich Mein

  2. B1)

    I N R I∙

  3. C

    O Mein Gott, Wan ich nur habe dich /Nach himel und Erden nicht frag ich /Wan mir gleich leib vnd Seel verschmacht /Dein creutz mein hertzen grossen trost macht./

  4. D

    Judit V(on) Ende Geborne Schenckin / von Stauffenberck 1582

Versmaß: Knittelverse, jeweils der zweite eingerückt (C).

Wappen:
Ende. – Schenk zu Stauffenberg.2)

Kommentar

Das Gemälde ist von dem gleichen unbekannten Maler geschaffen wie die ganz ähnlichen Gedächtnisbilder Nrr. 200 für Katharina Heuglin, datiert 1582, und 201 für Tobias Heuglin, undatiert. Um 1548 erwarb Ehrenfried von Ende3) das zweite der Rittergüter in Lobeda, den sogenannten Küchenhof; von ihm ging es an den Sohn Utz von Ende über, der es im Jahre 1557 an Hans von Puster, den Besitzer des anderen Rittergutes in Lobeda,4) verkaufte. Die Witwe, eine geborene Schenkin von Stauffenberg, ist auch in den neueren Darstellungen dieses berühmten Geschlechtes nicht erwähnt.5)

Anmerkungen

  1. Io. 19,19.
  2. Sa 9, Taf. 8 (Ende). – Bay 21, Taf. 15 (Schenken zu Stauffenberg).
  3. Ehrenfried von Ende (vgl. Koch 1941b, Nr. 300), verh. mit Anna von Schönfels, hatte aus dieser Ehe sechs Söhne und 4 Töchter; unter ihnen war Sibille verheiratet mit einem Puster.
  4. Hans von Puster war der Vater der Veronika von Puster, der Gattin des Heinrich von Thüna; vgl. Nr. 171.
  5. Vgl. G. Wunder, Die Schenken von Stauffenberg, Stuttgart 1972 (Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde, 11).

Nachweise

  1. BuKTh I (Jena), 1888, 174.
  2. Koch 1941a, 162.

Zitierhinweis:
DI 39, Landkreis Jena, Nr. 199 (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di039b006k0019900.