Inschriftenkatalog: Landkreis Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 39: Landkreis Jena (1995)

Nr. 140 Dornburg, Renaissance-Schloß um 1540?/1608

Beschreibung

Inschrift im Architrav des Renaissance-Portals an der Nordseite des Gebäudes. Im Giebeldreieck Knabe, der zwei Wappenschilde hält; das Portal mit Muschelnischen, in den Zwickeln Engelsköpfe, der Schlußstein mit Blattmaske; reiches Beschlagwerk. Gelblicher Sandstein. Die einzelnen Werksteine zum Teil an den Rändern abgewittert und bei der jüngsten Restaurierung (1990/91) zugesetzt, dadurch leichte Textverluste.

Maße: H. 16,3 cm (Architrav); Bu. 6 cm.

Schriftart(en): Kapitalis; Worttrennung durch halbhoch gesetzte kleine Dreiecke.

SAW Leipzig, Inschriftenkommission (Luise u. Klaus Hallof) [1/2]

  1. GAVDEAT ∙ IN[G]REDIENS ∙ LAETETVR ∙ ET ∙ AEDE ∙ RECEDENS ∙HIS ∙ QVI ∙ P[RAE]TEREVNT ∙ DET ∙ BONA ∙ CVNCTA ∙ DEVSa) ∙ 1608

Übersetzung:

Es freue sich der Eintretende, es sei auch froh der das Haus Verlassende; denen, die vorüberziehen, gebe Gott alles Gute. 1608.

Versmaß: Elegisches Distichon.

Wappen:
Zetzsching. – Apitz.1)

Kommentar

Auf der Südwestecke des Dornburger Bergsporns befand sich seit ältester Zeit ein freier Siedelhof, Mannslehenrittergut der Burgmannen zu Dornburg. Im Jahre 1490 gelangte das gesamte Rittergut in den Besitz des Mansfeldischen Marschalls Rudolf von Watzdorf (s. Nr. 236). Dessen Sohn Volrad nahm den evangelischen Glauben an, weshalb er seit 1528 die väterlichen Güter verlassen mußte und sich erst nach dem Tod des katholischen Hz. Georg des Bärtigen im Jahre 1539 wieder in deren Besitz bringen konnte.2) Dieses Datum gibt einen terminus post quem für den Bau des Renaissance-Schlößchens. Bereits Lehfeldt3) hatte erkannt, daß die Architekturformen in die Zeit „um 1530 bis spätestens 1570“ gehören und die Jahreszahl 1608 sich keinesfalls auf den gesamten Bau beziehen kann. In der Tat ist der Neubau eines Herrenhauses durch Watzdorf kaum mehr nach 1546/47 denkbar, den Jahren des Schmalkaldischen Krieges, der Dornburg unmittelbar betraf, weil damals das Amt an die Ernestinische Linie wechselte. Als weiteres Indiz mag gelten, daß Watzdorf nur wenige Jahre später (1553) den Besitz seinen Söhnen abgetreten hatte und bei seinem Tod 1558 stark verschuldet war. Die prekären Finanzen zwangen schließlich die Söhne dazu, 1571 das Schloß an Hz. Johann Wilhelm von Sachsen-Weimar (1530–1573) zu verkaufen,4) von dem es auf seinen Sohn Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar (1573–1603) kam.

Um 1600 begegnet als Besitzer der Schösser der Ämter Dornburg und Camburg, Wolfgang Zetzsching (1557–1629).5) Bei der Landesteilung von 1603 zwischen den Söhnen des Hz. Friedrich Wilhelm hatte er sich hervorgetan, und diesem oder seiner Witwe verdankte er wohl (um 1600?) den Erwerb des Hauses mit einigem Zubehör als kanzleischriftsässiges Freigut. Zetzsching war es, der um 1608 seinen Besitz an dem repräsentativen Herrenhaus durch Datum und Wappen am Portal dokumentieren ließ. In der Literatur wird dies mit größeren Bauarbeiten in Verbindung gebracht, ohne daß deren Umfang genau beschrieben würde. Es ist von „Umbau, vielleicht auch einem Vollendungsbau“6), von „Erweiterungsbauten“7) und von völliger Umgestaltung8) die Rede. Urkundliche Belege, Rechnungen usw. werden hierfür nicht beigebracht, und der Verdacht drängt sich auf, daß diese „zweite Bauphase“ schlicht aus der Inschrift und ihrem Datum 1608 herausinterpretiert worden ist. Das Epigramm selbst ist jedoch keine Bauinschrift, und von dem Spruch kann auf kein Baugeschehen geschlossen werden. Denn weder erscheint ein Wort, das auf derartige Arbeiten Bezug nimmt, noch wird die Jahreszahl als Baudatum ausgewiesen.

Die bauhistorischen Untersuchungen von 1956/57 haben die Einheitlichkeit des Bauwerkes festgestellt. Was Lehfeldt für das 17. Jh. reklamiert9) – die Versetzung von Fenstern, beginnender Barock an den Giebeln, der Erdgeschoßbau am Treppenturm – fällt kaum ins Gewicht. Gerade die unregelmäßigen Fenstergruppen sind noch ganz dem Geist des 16. Jh. verhaftet; erst mit der Wende zum 17. Jh. tritt das Streben nach Ordnung und Symmetrie stärker hervor. Richtig dagegen ist, daß die Innengestaltung in wesentlichen Teilen mit dem Jahre 1608 in Verbindung gebracht werden kann. Im Obergeschoß zeigt eine geschnitzte Tür im Aufsatz eines der beiden Wappen, die sich auch am Giebel befinden und die Stöbe als die für Wolfgang Zetzsching und seine Frau Elisabeth Apitz bestimmt hat.10)

Da sich die Jahreszahl 1608 auf dem Giebel des Nordportals – übrigens das einzige Datum an dem Gebäude überhaupt – keinesfalls auf den Gesamtbau beziehen kann, erhebt sich die Frage nach dem zeitlichen Verhältnis von Inschrift und Inschriftträger. Bereits für Lehfeldt gab es keinen Zweifel daran, daß das Portal seinen Formen nach aus der Zeit um 1540 stammen dürfte, d.h. dem alten Bau von Watzdorfs zugehört. Somit müßten die Inschrift mit dem Datum 1608 und das Giebelrelief mit den Wappen von einem Umbau aus dem genannten Jahr stammen. Das führt zu zwei bedenklichen Behauptungen Lehfeldts: einerseits, daß das Portal vor dem Jahre 1608 keinesfalls an der jetzigen Stelle gesessen haben kann, sondern „vielleicht in einem Einbau zwischen Thurm und Hausmauer“; eine nicht begründete und jedenfalls nicht beweisbare Annahme.11) Andererseits – und hierin sind ihm bislang noch alle gefolgt –, daß der („auch in seiner Fassung erst dieser Zeit entsprechende“) Spruch erst 1608 angebracht worden sein könne.

Es gibt aber keine von der Jahreszahl 1608 unabhängigen inhaltlichen Gründe (Anspielungen auf das Zeitgeschehen) für einen Ansatz der Verse in das frühe 17. Jh., im Gegenteil – der Blick auf die übrigen Versinschriften des Lkrs. Jena spricht entschieden gegen die Spätdatierung: Nr. 153 von 1554 (Brunnen), Nr. 162 von 1561 (Privathaus), Nr. 167 von 1563 (Saalebrücke) und Nr. 186 von 1577 (Brunnen). Diese lateinischen Epigramme an öffentlichen Bauwerken gehören alle dem 3. Viertel des 16. Jh. an, während im 17. Jh. nicht nur die metrische Bindung der Inschriften, sondern vor allem das Latein zurückgedrängt wird; wie überhaupt die Zahl öffentlicher Bauunternehmungen im 17. Jh. deutlich zurückgeht.12) In der Intention ist das Dornburger Distichon weit entfernt von den lateinischen Versen (zumeist an Privathäusern) des frühen 17. Jh. in Jena, in denen Glaube, Zeitlichkeit und Tod die beherrschenden Themen sind.13)

Allein schon dieser Vergleich spricht deutlich dafür, das Distichon in die Mitte des 16. Jh. zu datieren und mit dem Watzdorf-Bau zu verbinden; weitere Überlegungen kommen hinzu. Hält man nämlich an dem Datum 1608 für die Aufzeichnung des Epigramms in Stein fest, so erhebt sich die Frage, wie vorher der Architrav des Portals gestaltet war. Denn das Portal ist von so „trefflichen Verhältnissen und prächtiger Ausführung“ (Lehfeldt), daß es unvorstellbar erscheint, man habe das Gebälk damals bewußt auf eine leere Fläche hin konzipiert, zumal alle anderen Teile – wie etwa die Muschelnischen – mit feinem Beschlagwerk überzogen sind. Zumindest eine derartige Verzierung wäre für den Architrav sicher auch anzunehmen, die bei der Anbringung der Inschrift im Jahre 1608 wiederum hätte beseitigt worden sein müssen – ein nicht eben plausibler Gedanke. Daß man dagegen nicht selten Wappentafeln herausbrach und durch neue ersetzte, wenn der Besitzer gewechselt hatte, ist bekannt; ein Beispiel dafür liefert das kleine, dem Dornburger Bau in vieler Hinsicht verwandte Schlößchen von Kromsdorf bei Weimar.14)

Ein wichtiges Argument für die Frühdatierung ist ferner, daß der Pentameter symmetrisch eingerückt wurde, die Jahreszahl 1608 aber außerhalb der Symmetrie das rechte freie Spatium bis fast zum Rand einnimmt15) und so als späterer Zusatz erscheint. Signifikante Unterschiede zwischen Buchstaben und Ziffern, die die verschiedene Entstehungszeit beweisen, gibt es freilich nicht; immerhin fallen die großen Abstände zwischen den Ziffern und die bogenförmigen Abstriche an der 1 auf, die nicht den klaren Formen der Kapitalis entspricht.16)

Mit der Annahme, daß das Distichon bereits um 1540 entstanden sei, erledigen sich die in der Literatur geäußerten – freilich alle unbewiesenen – Meinungen zur Verfasserschaft. Stöbe17) wollte als Autor den damaligen Dornburger Pfarrer Nikolaus Roth18) namhaft machen, und ihm sind alle späteren Forscher mit immer zunehmender Bestimmtheit gefolgt; dieser habe schon 1590 der Tochter Zetzschings „ein klangvolles Epitaphium“ (wohl in einer gedruckten Leichenpredigt) geschrieben. Doch besagt dieses Faktum nichts für das Distichon, und die offenbar hinter dieser Zuschreibung stehende Meinung, daß in ländlichen Gebieten in der Regel nur der Ortspfarrer des Lateins mächtig gewesen wäre, ist unhaltbar.

Das Distichon selbst ist ein herrliches Stück neulateinischer Epigrammatik. Der Gegensatz von Eingang und Ausgang, wie er in dem oft an Häusern anzutreffenden,19) auf Ps. 121,8 zurückgehenden Spruch „Der Herr behüte Deinen Ein- und Ausgang“ begegnet, wird nicht nur durch die Konstruktion mit dem Partizip20) auf den Vorgang des Hinein- und Hinausgehens konkretisiert, sondern vor allem erweitert durch den Einschluß der Vorüberziehenden. deus ist betont an das Ende gesetzt, doch fehlen sowohl der Hinweis auf Gottes Schutz und Allmacht21) als auch der Wunsch nach betont christlich geprägten Werten (pax, salus). Vielmehr steht in geradezu `weltlicher' Weise die Freude (gaudere, laetare) des durch die Gastlichkeit des Hauses erquickten Besuchers im Mittelpunkt.

Der freie und freundliche Geist des Distichons hat auch Goethe berührt, als er nach dem Tode des Großhz. Carl August (14. Juni 1828) in dem Schloß Zuflucht und Trost suchte und fand. Für den Dichter aus Weimar erwies sich an dem Distichon einmal mehr, „wie vernünftig wohlwollende Worte auf Jahrhunderte hinaus wirken“. In zwei Briefen vom 18. Juli 1828 hat er „die lateinische einladende Inschrift ... nach (s)einer Art einstweilen folgendermaßen übersetzt“:

Freudig trete herein und froh entferne dich wieder!
Ziehst du als Wandrer vorbey, segne die Pfade dir Gott.22)

Anmerkungen

  1. Links: gespalten, die sächsischen Kurschwerter, oben miteinander verbunden (Zetzsching; nicht nachgewiesen). – Rechts: Amor(?; Engel?) mit Pfeil und Bogen (Apitz; nicht nachgewiesen).
  2. Durch die Visitation vom August 1539 wurden die Städte, ein Jahr später (August bis Oktober 1540) die Dörfer im albertinischen Besitz in Thüringen der Reformation zugeführt.
  3. BuKTh Jena, 35, mit nur unzureichender Kenntnis der Urkunden, die die Besitzverhältnisse von Dornburg betreffen.
  4. Stöbe 1937, 409.
  5. Wolfgang Zetzsching (Stöbe 409–410), geb. 1557; bis 1595 Oberrentschreiber in Weimar; 1595 Amtschösser der Ämter Dornburg und Camburg; 1612 Wittums-Schösser der Herzogin Anna Maria; 1617 Landrentmeister zu Altenburg; 1624 Rücktritt von allen Ämtern; gest. 17. Januar 1629 in Dornburg. – Bereits sein Vater, Wolf Zetzsching, hatte um die ernestinischen Herzöge Verdienste erworben [er war Amtschreiber in Torgau, begleitete den Kürfürsten Johann Friedrich zwei Jahre in die Gefangenschaft (s. Nr. 156), und starb 1573 als Amtschösser zu Camburg], ebenso sein Bruder Martin Zetzsching (1548–1628, vgl. Koch 1941b, Nr. 2574).
  6. BuKTh Jena, 35.
  7. Stöbe 409.
  8. Dornburger Schlösser 1956/57, 294. – Für weitere Verwirrung hat der südliche Anbau gesorgt, der das Schloß um seine Symmetrie bringt. Er gehört wohl dem 18. Jh. an (a. O. 295); sicher falsch bringt H. Holtzhauer, Die Dornburger Schlösser, Weimar 91976, 14 ihn in Zusammenhang mit dem Jahr 1608 (vgl. Hartmann 1965, 79).
  9. BuKTh Jena, 35; in diesem Zusammenhang läßt er dahingestellt, ob das Relief des Giebelfeldes der früheren oder späteren Bauphase zugehört. Daß es sich um das Wappen Zetzschings handelt, war ihm damals noch unbekannt. Dieser erwiesene Fehler ist um so bemerkenswerter, als Lehfeldt sonst ausschließlich kunsthistorisch argumentiert.
  10. BuKTh Jena, 37.
  11. Als repräsentativer Eingang kommt wegen der geographischen Lage des Gebäudes überhaupt nur die Nordseite in Betracht, weil die Südseite hart am Abfall des Felsens liegt; an die Schmalseiten (nach Osten und Westen) wird man nicht denken wollen. Das weiß natürlich auch Lehfeldt, der daher den ursprünglichen Standort des Portals in das Innere des Gebäudes verlegt – ein ganz unmöglicher Gedanke, wenn man das Portal mit den sonst im Hause befindlichen Türgewänden vergleicht und die beabsichtigte Wirkung in Rechnung setzt, die schwerlich einem Innenraum (noch dazu dem von Lehfeldt angenommenen schmalen „Einbau zwischen Thurm und Hausmauer“) eignet.
  12. Die späten Disticha begegnen hauptsächlich auf privaten Grabmalen (Nrr. 241, 249, 329); Nr. 280 stehen die Verse neben den Bildern der vier Evangelisten.
  13. Vgl. DI 33 (Jena), Nrr. 170, 217, 219, 249; zusammenfassend a.O., Einleitung, S. ILL.
  14. Vgl. Das Schloß zu Kromsdorf. Bautechnische Untersuchungen, in: WZ Weimar 5, 1957/58, 389–405, bes. 395.
  15. Man vergleiche im Gegensatz hierzu Nr. 162, wo der zweite Vers einschließlich der Jahreszahl symmetrisch eingerückt erscheint.
  16. Dr. Eberhard J. Nikitsch (Mainz) macht (briefl.) geltend, daß die Form des E mit verlängertem unteren Balken entschieden für eine Datierung der Inschrift in das 17. Jh. spräche. Die Verlängerung der unteren Haste findet sich deutlich bereits auf einer Grabplatte von 1569 in Lobeda (Nr. 171), im Ansatz auch schon auf der Stiftungstafel der Jenaer Universität, DI 33 (Jena), Nr. 69 von 1557.
  17. Stöbe 409; übernommen von Holtzhauer und Gothe.
  18. Roth starb 1642 als Pf. zu Dornburg.
  19. Vgl. Nr. 177.
  20. Die Partizipialkonstruktion liegt auch dem bekannten Pax intrantibus, salus exeuntibus zugrunde, vgl. DI 16 (Rhein-Neckar-Krs.), Nr. 154 (1579); DI 20 (Großkrs. Karlsruhe), Nr. 307 (1570/96).
  21. Vgl. Nr. 117; ferner DI 14 (Fritzlar), Nr. 97 (von 1540): ... WER EIN VND AVSGEHT STEHT IN GOTTES HAND; DI 17 (Lkrs. Haßberge), Nr. 235 (1595): GOT WOI BEWAREN DIS HAVS / ALLE DIE DARIN WON/EN EINGEHEN VND AVS.
  22. Goethes Werke, IV. Abth. [Briefe], Bd. 44, Weimar 1909, 205–212 Nr. 175 (an Friedrich August von Beulwitz, 18. Juli 1828). Nach dem Zitat der lateinischen Verse (mit der Lesung praeter eunt) und seiner Übersetzung fährt er fort: „... so eröffne ich mit obigen zwey lateinischen Zeilen meinen gegenwärtigen Brief. Ich fand sie als Überschrift der Hauptpforte des Dornburger neu acquirirten Schlößchens, wo mir durch höchste Nachsicht in den traurigsten Tagen eine Zuflucht zu finden vergönnt war. Die Einfassung gedachter Thüre selbst ist nach Weise jener Zeit architektonisch = plastisch überreich verziert und gibt, zusammen mit der Inschrift, die Überzeugung, daß vor länger als zweyhundert Jahren gebildete Menschen hier gewirkt, daß ein allgemeines Wohlwollen hier zu Hause gewesen, wogegen auch diese Wohnung, durch so viele Kriegs= und Schreckenszeiten hindurch aufrecht bestehend erhalten worden.“
    Am selben Tag schreibt er an Friedrich von Müller (a. O. 212–213 Nr. 176): „... Diese wenigen Zeilen haben einen ganz eigenen Einfluß auf meinen hiesigen Aufenthalt gehabt; es ergibt sich hierbey ein gar hübsches Beyspiel, wie vernünftig wohlwollende Worte auf Jahrhunderte hinaus wirken. Es faßt sie immer wohl einer wieder auf, um sie entweder direct oder symbolisch sich sinnig anzueignen.“
    Eine Woche zuvor war er in dem Brief vom 11. Juli (a. O. 189–190 Nr. 165) an Friedrich von Müller bereits auf die Inschrift zu sprechen gekommen und hatte bemerkt: „Und so wollen wir denn den alten Besitzer loben, daß er sich gegen alle Herannahende für ewige Zeiten freundlich und wohlwollend erweisen mochte; deute man immer auf das Glück hin, das Unheil kommt ungerufen.“ (Wörtlich entsprechend in dem Brief an August von Goethe vom gleichen Tag, a. O. 185–186 Nr. 163; vgl. Goethes Werke, III. Abth. [Tagebücher], Bd. 11, Weimar 1900, 243.

Nachweise

  1. BuKTh I (Jena), 1888, 35 mit Nachzeichnung S. 36.
  2. Stöbe 1937, 409–411.
  3. Dornburger Schlösser 1956/57, 294 mit Nachzeichnung und Aufriß S. 292.
  4. Hartmann 1965, 76–79 (Photo).
  5. Mühlmann 1969, 70 und Photo S.65.
  6. Holtzhauer (s. Anm. 8), 3.
  7. R. Gothe, Die Dornburger Schlösser, Weimar 11977, 5–6.
  8. Dornburg. Von Otto I. bis Goethe, hrsg. von R. Gothe und J. Pietsch, Weimar 1990, 33.

Zitierhinweis:
DI 39, Landkreis Jena, Nr. 140 (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di039b006k0014009.