Inschriftenkatalog: Landkreis Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 39: Landkreis Jena (1995)

Nr. 137 Rothenstein, Dorfkirche St. Wenzel 1531

Beschreibung

Inschrift auf einem Fenstersturz, der sich ehemals im Hof des Hauses Rothenstein Nr. 49 (Furtgasthof Zum Goldenen Schwan) befand;1) nach dem Abbruch des Gehöftes im Jahre 1969 auf Veranlassung von G. Arlt in die Kirche gebracht,2) dort im Turmuntergeschoß auf dem Nebenaltar abgelegt. Roter Sandstein. Inschrift zweizeilig über die gesamte Breite des Steines, die Zeilen durch Ritzlinien begrenzt.

Maße: H. 21 cm; B. 103 cm; Bu. 6 cm.

Schriftart(en): Frühhumanistische Kapitalis (Z. 1) und gotische Minuskel; Worttrennung durch Quadrangeln.

  1. ∙ V(ERBVM) ∙ D(OMINI) ∙ M(ANET) ∙ I(N) ∙ E(TERNVM) ∙a) / hans ∙ 1 ∙ 5 ∙ 3 ∙ 1 ∙ Schlo[s]er∙sb)

Kommentar

Die Inschrift ist ein sehr früher Beleg für die kursächsische Devise in der zeitgenössischen Epigraphik.3) Hans Schlosser ist sonst urkundlich nicht erwähnt. Die anderen im ehemaligen Furtgasthof als Spolien vermauerten Inschriftsteine sind nach dessen Abbruch auf die Leuchtenburg gekommen.4)

Textkritischer Apparat

  1. 1 Pt. 1,25; zum Spruch, vgl. auch Nr. 250.
  2. Sch und er.s sicher; dazwischen vier Hasten, die beiden mittleren oben geschlossen.

Anmerkungen

  1. Dokumentation des Zustandes vor 1969 in den Akten des Thür. Landesamtes für Denkmalpflege, Erfurt.
  2. Persönl. Mitteilung von G. Arlt (†), Rothenstein.
  3. Aus demselben Jahr auch Nr. 136. Im Jahre 1531 wurde aus dem ursprünglich privaten Wahlspruch Kfst. Friedrich des Weisen (als solcher wird er auf dem 1527 von Peter Vischer d.J. gegossenen Epitaph in der Schloßkirche zu Wittenberg unter Angabe der Bibelstelle, E(SAIAE) 40, zitiert, vgl. Die Denkmale der Lutherstadt Wittenberg, Weimar 1979, 100–101 Nr. 15; ferner M. Löbe, Wahlsprüche, Devisen und Sinnsprüche deutscher Fürstengeschlechter des XVI. und XVII. Jahrhunderts, Leipzig 1883 [Repr. 1984], 165–166) die Losung des Schmalkaldischen Bundes.
  4. Nrr. 135, 172; hierzu noch eine (jetzt verlorene?) Tafel mit: V ∙ M / 16 ∙ 66.

Zitierhinweis:
DI 39, Landkreis Jena, Nr. 137 (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di039b006k0013708.