Inschriftenkatalog: Landkreis Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 39: Landkreis Jena (1995)

Nr. 127 Camburg, Stadtkirche St. Laurentii 1520

Beschreibung

Inschrift auf dem Spruchband eines Werksteins, jetzt als Schlußstein im Turmuntergeschoß; am Ende ein Stz. (Anhang, Nr. 10).

Maße: Bu. ca 5 cm.

Schriftart(en): Frühhumanistische Kapitalis, erhaben, golden auf schwarzem Grund.

  1. IESVS MARIA HEL⟨F⟩a) 1 5 2 0 IARE

Kommentar

Die Laurentiuskirche in Camburg wurde 1897–1899 umgebaut1) und dabei ein Eingang in die Westseite des Turmes gebrochen. Bei dieser Gelegenheit fand die Inschrift ihren jetzigen Platz. Der ursprüngliche ist nicht mehr zu ermitteln.2) Die Inschrift – als Invokation an Jesus und Maria noch ganz katholischem Geist verpflichtet3) – ist eines der Beispiele für die Verwendung der Frühhumanistischen Kapitalis im Bearbeitungsgebiet.4) Hierbei sind das zweibogige E und A mit Deckstrich und gebrochenem Querbalken hervorzuheben; halbkreisförmige Ausbuchtungen erscheinen nicht nur am I, sondern auch an der rechten Haste des M. Das Stz. ist sonst unbekannt.

Textkritischer Apparat

  1. HELE ist zu lesen, offenbar bei der Restaurierung falsch übermalt; der Fehler verrät sich schon dadurch, daß das erste E zweibogig, das zweite dagegen kapital ist.

Anmerkungen

  1. Vgl. Mertens 1982, 154.
  2. Lehfeldt schreibt konfus: „Schlußstein an der Westseite am Turm“. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er damit den heutigen Standort meint.
  3. Vgl. Nrr. 19, 71.
  4. Eine weiteres Baudatum in frühhumanistischer Kapitalis: Nr. 100.

Nachweise

  1. BuKTh VII (Camburg), 1889, 170.

Zitierhinweis:
DI 39, Landkreis Jena, Nr. 127 (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di039b006k0012701.