Inschriftenkatalog: Landkreis Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 39: Landkreis Jena (1995)

Nr. 101 Beutnitz, Dorfkirche 1506

Beschreibung

Grabplatte des Berthold von Techwitz, an der Westwand, unter der Empore; 1859 in den Fußboden des Schiffes eingelassen und dort 1974 wieder gehoben.1) Rechteckige Platte aus Kalkstein mit ganzfigürlichem Flachrelief des Verstorbenen, gewappnet, das Schwert in der Rechten, in der Linken den Wappenschild. Umschrift auf dem 17,5 cm breiten Rand, von einer Ritzlinie begrenzt, oben links beginnend. Rechts oben stark verwittert.

Maße: H. 181 cm; B. 102 cm; D. ca. 20 cm; Bu. 9 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel; Worttrennung durch geschwänzte Quadrangeln.

  1. Anno ∙ d(omi)ni ∙ x∙vc ∙ via) / iarb) ∙ ist ∙ vor schiden Der Erbar vnd ∙/ veste ∙ Bertholt ∙ Von / techwicz ∙ Dem ∙ Got ∙ gnade ∙

Wappen:
Techwitz.2)

Kommentar

Der Edelhof Golmsdorf kam im Jahre 1493 in den Besitz des Berthold von Techwitz.3) Aus dem Besitz der Familie von Techwitz wurde der Hof im Jahre 1518 wieder verkauft.4) Die Schrift auf dem Grabstein ist charakteristisch5) für einen zu Beginn des 16. Jh. in Jena und Umgebung tätigen Steinmetzen, dessen Stz.6) sich an der Kirche in Zwätzen findet.7)

Textkritischer Apparat

  1. Das erste v ist kleiner wegen des Multiplikators unmittelbar darüber; vi dagegen sind größer, wobei das Ablativ-o zu fehlen scheint.
  2. A. C. 1495. den 6. Jul. Beier.

Anmerkungen

  1. Vgl. Nr. 99.
  2. ThüA 108, Taf. 84 (Techwitz).
  3. Löbe 1892, 385 Anm. 1. Dieser ist 1490 als Hauptmann zu Stolpen bezeugt und urkundet 1499 zu Golmsdorf (Hausen 1892, 506).
  4. UB Jena II, Nr. 1214, vom 12. Juni 1518. Verkäufer sind die Gebrüder Dietrich, Leuthold, Johann und Nickel von Techwitz. Die Dörfer Golmsdorf und Beutnitz liegen unmittelbar beieinander.
  5. a mit schleifenförmigem Haarstrich, g mit horizontaler, nicht gebrochener Unterlänge, e, r, t, x mit tief herabgezogenen, am Ende eingerollten Haarstrichen (c wird vor h stets verkleinert); Worttrennung durch paragraphenförmig ausgezogene Rauten. Es treten zahlreiche Versalien in besonderen Zierformen auf, die weder Affinität zur gotischen Minuskel noch zur Kapitalis zeigen.
  6. Anhang, Nr. 8.
  7. Vgl. Nr. 119.

Nachweise

  1. Beier, q.14, 413.
  2. Beier 1673, 342.
  3. Wette 1756, 341.
  4. Pfarrchronik Beutnitz, S. 254.
  5. Vgl. BuKTh I (Jena), 1888, 9.

Zitierhinweis:
DI 39, Landkreis Jena, Nr. 101 (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di039b006k0010109.