Inschriftenkatalog: Landkreis Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 39: Landkreis Jena (1995)

Nr. 60 Lobeda, Stadtkirche St. Petri 1489

Beschreibung

Baudatum, auf zwei behauenen Steinen in der Westwand des Langhauses. Roter Sandstein. Die Zahlenbuchstaben sind mit Umrißlinien in den Stein eingemeißelt.

Maße: Bu. ca. 15 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

SAW Leipzig, Inschriftenkommission (Luise u. Klaus Hallof) [1/1]

  1. lxxx ix

Kommentar

Die Zahl ist sicher zu (14)89 zu ergänzen;1) sie datiert den Bau des Langhauses der im „Sächsischen Bruderkrieg“ (1446–1451) zerstörten Stadtkirche von Lobeda,2) an das am Ende des 15. Jh. der spätgotische Chor angebaut wurde.3) Neben den Quadern mit der Jahreszahl befindet sich ein vorreformatorisches Votivrelief, ebenfalls aus rotem Sandstein (Christus am Kreuz zwischen Maria und Johannes), auf dem in jüngerer Kapitalis (17. Jh. ?) vermerkt ist: IM IHAR 89.4) Das ist offenkundig aus der mittelalterlichen Inschrift genommen.

Anmerkungen

  1. Ähnlich in Nr. 45 von 1462, wo nur an(n)o lxii geschrieben ist.
  2. Damit im Zusammenhang steht eine Urkunde von 1491, UB Jena II, Nr. 840, in der berichtet wird, daß zum Bau der Kirche Steine von der (unteren) Lobdeburg verwendet worden sind.
  3. Vgl. Nr. 84.
  4. Koch 1939, 87, der die Inschrift falsch zitiert: Anno 89.

Nachweise

  1. Bergner 1897, 326.
  2. Mühlmann 1967, 115.
  3. Mühlmann 1971, 49.

Zitierhinweis:
DI 39, Landkreis Jena, Nr. 60 (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di039b006k0006002.