Inschriftenkatalog: Landkreis Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 39: Landkreis Jena (1995)

Nr. 54† Burgau, Dorfkirche 1482

Beschreibung

Inschrift auf der größten der vier1) mittelalterlichen Glocken (Osanna), die im Jahre 1741 von Johann Heinrich Graulich in Ammerbach umgegossen,2) im I. Weltkrieg abgegeben worden ist.

Schriftart(en): Nach der Pfarrchronik Burgau (bei Bergner):

  1. Non me subsanna cum sit mihi nomen Osannaanno Domini M CCCC LXXXII.

Übersetzung:

Höhne mich nicht, da mein Name Hosianna ist. Im Jahre des Herrn 1482.

Versmaß: Leoninischer Hexameter.

Kommentar

Der Spruch ist typisch für den sogenannten „Erfurter Unbekannten“, den Glockengießer Hans Sinderam, der zwischen 1476 und 1495 nachweisbar ist, vgl. Nr. 49; ihm weist Bergner die Glocke „bestimmt“ zu.3) Derselbe Spruch4) findet sich auf Sinderams Glocke in Reinstädt (Nr. 53) aus dem Jahre 1476. Der Name Osanna ist im Lkrs. Jena schon früher, auf einer Glocke in Ziegenhain (Nr. 38) von 1448, belegt.

Anmerkungen

  1. Nach Wette 1756, 239 sind im Jahre 1741 drei Glocken aus vier alten gegossen worden.
  2. Die Inschrift von 1741 lautete (nach BuKTh I (Jena), 1888, 21; Zahlenbuchstaben halbfett gesetzt): FAVENTE ERNESTO AVGVSTO HEREDITATEM PRINCIPATVS ISNACENSIS OBTINENTE NOS TRES E QVATVOR REFVSAE – JOH. HEINRICH GRAULICH GOS UNS IN AMMERBACH MDCCXLI. Das Chronogramm führt ebenfalls auf das Jahr 1741; vgl. Bergner 1897, 321.
  3. Bergner 1896, 230.
  4. Zu seiner Interpretation, vgl. Nr. 53, Anm. 8.

Nachweise

  1. Bergner 1896, 206 Nr. 6.

Zitierhinweis:
DI 39, Landkreis Jena, Nr. 54† (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di039b06k0005404.