Inschriftenkatalog: Landkreis Jena

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 39: Landkreis Jena (1995)

Nr. 47 Jena, Pfarrarchiv Lutherhaus 1466

Beschreibung

Inschriften auf silbernem, vergoldetem Kelch, der Gemeinde Ziegenhain gehörig. Auf dem Sechspaßfuß aufgelötetes Kruzifix (ohne Titulus); am Rand blinder Vierpaß-Rhomben-Fries (wie Nr. 70). Der Stilus ist sechseckig und hat über (A) und unter (B) dem Nodus auf den jeweils sechs Feldern die Inschriften. Der mit eingravierten Maßwerk und Blüten verzierte Nodus mit Inschrift (C) auf den Rotuli ist verkehrtherum eingesetz und mit dem Stilus so verstiftet, so daß einzelne Felder der Inschrift (B) durch die Stifte gestört sind.

Maße: H. 19,5 cm; Dm. 14,0 cm (Kuppa); Bu. 0,8 cm (A,B), 1,0 cm (C).

Schriftart(en): Gotische Minuskel, erhaben vor schraffiertem Grund.

  1. A

    a) ih esu s∙b) c ris tus

  2. B

    an(n)o d(omi)nic) mil(lesimo)d) cccc lxvie) fpa

  3. C

    i h e s u s

Kommentar

Der Kelch ist im Bau- und Kunstdenkmäler-Inventar als der Stadtkirche St. Michaelis in Jena gehörig verzeichnet.1) In jüngerer Zeit2) gelangte er in das Lutherhaus Jena. Für die drei Buchstaben am Schluß der Datierung (B) wird die Auflösung f(actum est) p(oculum) a(ureum) vorgeschlagen; freilich können keine Parallelen erbracht werden. Datierungen auf Kelchen des 15. Jh. sind nur selten.

Textkritischer Apparat

  1. Ornament.
  2. Worttrennung durch geschwänzte Quadrangel.
  3. n durch Stift gestört.
  4. m Lehfeldt.
  5. x durch Stift verdorben.

Anmerkungen

  1. Er ist dementsprechend in DI 33 (Jena), Nr. 14 als verloren nach den älteren Abschriften publiziert.
  2. Vor 1971. Im Inventar der Kunstwerke (Akten des Gemeindekirchenrates Jena, Abt. 140 (Inventarverzeichnisse), Inventar Lutherhaus) wird er im Jahre 1971 als „gehört nach Ziegenhain. ... Inschrift auf dem Knauf sowie unter- und oberhalb des Knaufes muß noch entziffert werden“ beschrieben.

Nachweise

  1. BuKTh I (Jena), 1888, 100.
  2. DI 33 (Jena), Nr. 14.

Zitierhinweis:
DI 39, Landkreis Jena, Nr. 47 (Luise und Klaus Hallof), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di039b006k0004709.