Inschriftenkatalog: Stadt Ingolstadt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 99: Stadt Ingolstadt (2017)

Nr. 84 Dollstraße 8 um 1500

Beschreibung

Beischrift zu den Resten eines Wandgemäldes. Auf einem Tonnengewölbe im östlichen Anbau. Zwei Stadtansichten. Auf der Ansicht der Südseite Reste einer jüngeren Kritzelinschrift.

Maße: Bu. 7 cm (I), 3 cm (II).

Schriftart(en): Minuskel.

  1. I. Südseite:

     Insprugk[---] Ẉichaw

  2. II. Ostseite:

     Insprugka)

Kommentar

Die Minuskel zeigt Elemente aus dem Bereich handschriftlichen Schreibens. Auffällig ist die g-Form mit einem nach oben verlängerten Schaft, die Form des k mit zum Schaft zurückgebogenem oberem Schrägbalken und verkürztem unterem Schrägbalken sowie die Verbindung von Schaft-s mit dem folgenden p.

Die im Rahmen von Restaurierungsarbeiten 1979 freigelegten Freskenreste waren vermutlich Teil eines größeren Ausmalungsprogramms. Reste von Freskierung wurden bei den Restaurierungsarbeiten gefunden, auf eine Freilegung jedoch auf Grund der starken Beschädigung der Reste verzichtet.

Im Zuge der Korrespondenz zur Freilegung äußerte Siegfried Hofmann die Vermutung, in dem Haus könnte zum Zeitpunkt der Ausmalung eine der damals Landsmannschaftlich organisierten Studentenbursen beheimatet gewesen sein1). Die Kritzelinschrift benennt vielleicht einen Ort2).

Textkritischer Apparat

  1. Im Gegensatz zu (I) mit rundem r.

Anmerkungen

  1. Vgl. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Ortsakten, Akt Ingolstadt, Dollstraße 8, Befundbericht zur Restaurierung 1979. Für die Zustimmung zur Einsichtnahme sei Herrn Anselm Zitzelsperger, Niederding herzlich gedankt.
  2. Vielleicht Wichau, heute Vichovà nad Jizerou/Tschechien.

Nachweise

  1. DiB I.1 (Ingolstadt) 83.

Zitierhinweis:
DI 99, Stadt Ingolstadt, Nr. 84 (Christine Steininger), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di099m018k0008401.