Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 650 Roemer-Museum 1620

Beschreibung

Gemälde des Kindes Erdmann Withoet.1) Öl auf Leinwand. Provenienz unbekannt. Dargestellt ist das Kind als Ganzfigur, in der Rechten einen Ball oder einen Pfirsich haltend. Die Inschriften A und B sind rechts neben dem Kopf aufgemalt. Das in patrizischer Kleidung abgebildete Kind trägt um den Hals eine Kette, an der ein Schnuller und drei mit Inschriften versehene Schautaler hängen: Inschrift C als Umschrift des linken Talers, in dessen Innenfeld das Kniestück einer männlichen Figur mit Krone und geschultertem Zepter in Seitenansicht zu erkennen ist; D auf der mittleren Medaille als Umschrift um die Darstellung eines Wilden Mannes; E als Umschrift der dritten Medaille, deren Bild im Innenfeld nicht zu erkennen ist. In Inschrift B u mit Schrägstrich.

Maße: H.: 101,5 cm; B.: 80,5 cm (mit Rahmen); Bu.: 0,6–0,8 cm (A, B), 0,4-0,5 cm (C–E).

Schriftart(en): Fraktur (A, B), Kapitalis (C–E).

Christine Wulf [1/2]

  1. A

    Anno 1617. den 13. Maij ist E[rd]tman / withoet geboren,

  2. B

    Anno 1620 den 22. Maij ist er wiederumb / in Gott Sehlich enttschlaffen.

  3. C

    CHRISTOF [...]G[..]a) REX DANIA[E]2)

  4. D

    FRIDERICH VLRICH · HERTZOG ZV · BRAVSb)3)

  5. E

    V · C · [...]SA[...]

Übersetzung:

Christoph, [...] König von Dänemark. (C)

Kommentar

Für das Jahr 1608 ist ein Dietrich Withoet, möglicherweise der Vater des verstorbenen Kindes, als Hildesheimer Bürger nachzuweisen.4) Er war verheiratet mit Anna Lempking.5)

Textkritischer Apparat

  1. [...]G[..]] DEI GRATIA Müller.
  2. BRAVS] Zu ergänzen zu BRAV(N)SCHWEIG.

Anmerkungen

  1. Inv. Nr.: 14.
  2. Sofern der bildlichen Umsetzung eine tatsächlich nachweisbare Prägung zugrundeliegt, hat der Maler die Vorlage sehr frei umgesetzt: Das Muster dürfte eine Silberprägung Christians III. (1534–1559), nicht Christophs III., abgegeben haben, und zwar ein Joachimstaler von 1537 mit der Umschrift: CHRISTIANVS. D. G. REX. DANIE ET NORWE X., vgl. G. Galster: Die Münzen Dänemarks. Halle 1939, Nr. 8226. Das N in CHRISTIANVS retrograd.
  3. Herzog Friedrich Ulrich zu Braunschweig-Lüneburg regierte von 1613 bis 1634. Die bildliche Umsetzung des Talers dürfte ebenfalls (vgl. Anm. 2) frei erfolgt sein: Die Darstellung des Wilden Mannes findet sich seit Heinrich d. J. von Braunschweig-Lüneburg auf dem Revers der Talerprägungen. Sie ist normalerweise von einer Devise umgeben, während die den Münzherrn benennende Inschrift auf dem Avers als Umschrift um ein Münzbild angebracht ist, das das Vollwappen des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg zeigt. Die Umschrift auf der Vorderseite lautet: FRIDERIC. ULRIC. D. G. DUX BRUNSVIC ET L. Vgl. Gerhard Welter: Die Münzen der Welfen seit Heinrich dem Löwen. 3 Bde. Braunschweig 1971–78, Nr. 389, 391; Nr. 1055–1057B.
  4. StaHi, Bestand 100-30, Nr. 282.
  5. Vgl. Siegfried Müller: Kindheit vor 400 Jahren. In: Hildesheimer Zeitzeugen, S. 28.

Nachweise

  1. Siegfried Müller: Kindheit vor 400 Jahren. In: Hildesheimer Zeitzeugen, S. 28.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 650 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di058g010k0065007.