Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 623† Gymnasium Andreanum? 1614

Beschreibung

Gemälde. Porträt des Peter Hagen. Auf dem Bild befanden sich sein Wappen und die Inschrift.1)

Inschrift nach StaHi, Bestand 856, Nr. 50/268/8, Kasten 18.

  1. Petrus H(agen) natus 1554 J(uris) V(triusque) D(octor) et J(uris) c(onsul)tus etca) ob(iit) 1614 30 Oct(o)br(is) aetatis suae 61

Übersetzung:

Peter Hagen, geboren 1554, Doktor beider Rechte und Rechtsgelehrter usw. starb am 30. Oktober 1614 im 61. Lebensjahr.

Wappen:
Hagen II2)

Kommentar

Peter Hagen stammte aus Lippstadt in Westfalen. Im Jahr 1588 heiratete er Elisabeth Schmidt, die Tochter des Hildesheimer Bürgers Erasmus Schmidt (Smedes) und der Elisabeth Brandis. Am 15. Oktober 1590 wurde er in Marburg zum Doktor beider Rechte promoviert, ein Jahr später bezog er ein Haus in der Osterstraße. 1596 wurde er bischöflicher Rat in Hildesheim. Am 3. Mai 1598 wurde Peter Hagen von Herzog Heinrich Julius von Braunschweig zunächst in Schloß Calenberg gefangengesetzt, weil er am Kammergericht für verschiedene Adelige Prozesse gegen den Herzog geführt hatte. 1602 wurde er in der Festung Wolfenbüttel inhaftiert, aus der er sich am 18. Juni 1604 mit der Hilfe seiner Frau befreien konnte. Danach hielt er sich zeitweilig in Speyer auf. Im April 1609 trat er das Amt des Syndikus in Lübeck an, wo er 1614 starb und in St. Marien begraben wurde.3)

Textkritischer Apparat

  1. etc] Es ist nicht zu entscheiden, ob etc Bestandteil der Inschrift gewesen ist oder vom Abschreiber gesetzt wurde, um die Ämterreihe verkürzt wiederzugeben.

Anmerkungen

  1. Beschreibung nach StaHi, Bestand 856, Nr. 50/268/8, Kasten 18, Mappe ‚Hagen‘. Zum Standort heißt es dort In andreano. Im Gymnasium Andreanum ist das Bild nicht mehr vorhanden.
  2. Wappen Hagen II „ein von Stäben gebildetes Kreuz, oben je 9 (1:2:3:3) Kugeln, unten ledig; Kleinod ebenso“. So die Beschreibung in StaHi, Bestand 856, Nr. 50/268/8, Kasten 18, Mappe ‚Hagen‘. Hingegen Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 5, Abt. 4, S. 57 u. Tafel 66: Wappen des Juristen Peter Hagen: ein Wedel von Federn mit Gestell.
  3. Zur Biographie Hagens vgl. StaHi, Bestand 856, Nr. 50/268/8, Kasten 18, Mappe ‚Hagen‘; Joachim Brandis’ Diarium, S. 256 (Hochzeit), S. 290 (Promotion), S. 293 (Haus in der Osterstraße), S. 430 (Gefangennahme), S. 505 (Festungshaft Wolfenbüttel), S. 521 (Flucht), S. 530 u. S. 540 (Syndikus in Lübeck); Bertram, Bistum 2, S. 332.

Nachweise

  1. StaHi, Bestand 856, Nr. 50/268/8, Kasten 18, Mappe ‚Hagen‘.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 623† (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di058g010k0062300.