Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 556† Marktstr. 4 (no. 59) 1601

Beschreibung

Haus.1) Fachwerk. Das traufenständige, neun Gefache breite, dreigeschossige Haus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Über dem Hauptportal waren drei Wappen angebracht, Inschrift A befand sich in zwei Zeilen zu beiden Seiten des mittleren Wappens. Inschrift B auf dem Schwellbalken des Obergeschosses. Sie begann rechts neben dem linken Erker, verlief über den rechten Erker, wurde um diesen herumgeführt und endete an der Giebelseite. An den Pfosten unter dem rechten Giebel befand sich eine moderne Inschrift.2)

Maße: Inschrift A nach DBHi, HS 789; B nach Roemer-Museum, Inv. Nr.: H 1936 (Aquarell Heyer).

Schriftart(en): Mischschrift aus gotischer Minuskel und Fraktur mit Fraktur-Versalien (B).

  1. A

    Hans // Sesemann / 16//01

  2. B

    Lange gelavffen vnd gervnnen. Ist nichtes den die Kost gewvnnen · Wer aber gewin(n)t selicheit Hat wol bestediget sin arbeit3)

Wappen:
Gerke4), Sesemann5), ?6)

Kommentar

Hans Sesemann war der Sohn des Wandschneiders und Ratsmitglieds Evert Sesemann d. J. und der Margarete Rogge. Er wurde 1584 ebenfalls in die Wandschneidergilde aufgenommen. Er starb im Jahr 1626. Die beiden Wappen gehörten nach Schlotter den beiden Ehefrauen des Hans Sesemann.7)

Anmerkungen

  1. Beschreibung und Bestimmung der Schriftart nach Zeichnung in Kd. Hildesheim, Bürgerliche Bauten, Tafel 31, Abb. 219.
  2. Kd. Hildesheim, Bürgerliche Bauten, S. 253: Karl Kniep Sophie Kniep Anno 1901.
  3. ‚Lange gelaufen und gerannt hat nichts als den Aufwand eingebracht. Wer aber die Seligkeit gewinnt, der hat seine Mühe bestätigt bekommen.‘
  4. Wappen Gerke (Hausmarke H23, darunter drei Blumen). Beschreibung nach Kd. Hildesheim, Bürgerliche Bauten, S. 251; Zuordnung nach DBHi, HS 789, fol. 360r.
  5. Wappen Sesemann (Schräglinksbalken, belegt mit drei Halbmonden). Vgl. StaHi, Bestand 856, Nr. 50/268/8, Kasten 25; s. a. Schlotter, Hildesheimer Familiengeschichten, S. 132.
  6. Wappen ? (Delphin, von einem Pfeil senkrecht durchbohrt). Beschreibung nach Kd. Hildesheim, Bürgerliche Bauten, S. 251.
  7. Biographische Daten nach Schlotter, Hildesheimer Familiengeschichten, S. 133–135.

Nachweise

  1. DBHi, HS 789, fol. 359v–360r (Molkenmarkt no. 59).
  2. Roemer-Museum, Inv. Nr.: H 1936 (Aquarell Heyer).
  3. Kd. Hildesheim, Bürgerliche Bauten, S. 251 (A), S. 253 (B), Abb. Tafel 31, Nr. 219.
  4. Buhlers, Hildesheimer Haussprüche, S. 19.
  5. Slg. Rieckenberg, S. 939.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 556† (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di058g010k0055604.