Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 434† Sammlung Engelke 3. V. 16. Jh.

Beschreibung

Sechs Fensterbierscheiben. Glasmalerei. Provenienz unbekannt. Im 19. Jahrhundert gehörten sie dem Hildesheimer Kunstsammler Franz Engelke. Die aus mehreren Teilen zusammengesetzten Scheiben zeigten jeweils ein Wappen und die Beischriften A–F. Die Scheibe mit der Inschrift A beschreibt Engelke nicht näher, die Scheiben mit den Inschriften B–F bestanden aus einem zentralen runden Feld mit drei oben, rechts und links angesetzten halbkreisförmigen und einem unten ansetzenden trapezoiden Feld. Die Beischriften befanden sich teils oberhalb teils unterhalb der Wappen.

Inschriften nach DBHi, HS C 1533.

Maße: H.: 26 cm (A–D), 20,8 cm (E, F); B.: 18,2 cm (A), 15,6 cm (B–F).1)

  1. A

    Sluter Uet. Farme(n)a) sen(ior)

  2. B

    Lüdeke von Harlesem

  3. C

    Hans Meiger

  4. D

    Tile · Wiedershusen

  5. E

    Cord Stein de jünger

  6. F

    Tönies Jordens

Wappen:
Sluter?2), Harlessem II3), Meiger*, Wiedershusen4), Stein5), Jordens6)

Kommentar

Inschrift A ist nicht sinnvoll zu deuten. Lüdeke von Harlessem (B) starb 1569.7) Tile Wiedershusen (D) war mit Barbara Brandis, der Witwe des Friedrich Unverzagen, verheiratet. Er starb am 29. Juni 1574. Hans Meier (Meiger) war im Jahr 1553 Kämmerer sowie von 1560 bis 1584 mehrfach Ratsherr und Riedemeister, 1567 heiratete er Ilsabe Brandis.8) Die Lebensdaten dieser beiden in den Inschriften C und D genannten Personen zeigen, daß die Wappenscheiben nicht, wie Engelke meinte, in das 15. Jahrhundert gehören, sondern erst im 3. Viertel des 16. Jahrhunderts entstanden sind.

Textkritischer Apparat

  1. Farme(n)] Vielleicht entstellt aus Harmen.

Anmerkungen

  1. Maße und Beschreibung nach Engelke in DBHi, HS C 1533, o. S., Abt. Alte ächt eingebrannte Glasmalerei in schönen Farben, Nr. 32–37: H.: 10 Zoll (A–D), 8 Zoll (E, F); B.: 7 Zoll (A), 6 Zoll (B–F).
  2. Wappen Sluter (drei weiße Lilien in Rot).
  3. Wappen Harlessem II (sieben rote Balken in Grün). Beschreibung nach Engelke (wie Anm. 1).
  4. Wappen Wiedershusen (ein roter Balken begleitet von drei weißen Rosen). Beschreibung nach Engelke (wie Anm. 1), vgl. StaHi, Bestand 856, Nr. 50/268/9, Kasten 32: ein roter Balken begleitet von drei weißen Rosen.
  5. Wappen Stein (drei Eulen). Beschreibung nach Engelke (wie Anm. 1).
  6. Wappen Jordens (eine braune in einen Knoten geschlungene Schlange und ein Zweig im Blumenfeld). Beschreibung nach Engelke (wie Anm. 1), vgl. StaHi, Bestand 856, Nr. 50/268/9; Kasten 30: zwei verschlungene Zweige, links ein Fruchtstand mit Beeren.
  7. William Berthold von Harlessem: Stammtafel derer von Harlessem. Hildesheim 1882.
  8. Vgl. Schlotter, Genealogien, S. 39; StaHi, Bestand 50, Nr. 716, Kämmereiregister 1553, fol. 1r.

Nachweise

  1. DBHi, HS C 1533, o. S., Abt. Alte ächt eingebrannte Glasmalerei in schönen Farben, Nr. 32–37.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 434† (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di058g010k0043403.