Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 198† Dom 1483

Beschreibung

Grabplatte für den Dechanten Johannes Therwin. Der Stein war im nördlichen Kreuzgangflügel angebracht. Im Innenfeld war der Verstorbene lebensgroß in der Kleidung eines Geistlichen dargestellt. Die Inschrift lief vierseitig um. In den vier Ecken des Steines die Symbole der vier Evangelisten.1) Bereits Bertram hat die Inschrift nicht mehr im Original gesehen.2)

Inschrift nach Bertram, Bischöfe.

  1. Anno D(omi)ni M CCCC L XXXIII decimo Kalendas Octobris3) obiit Venerabilis Vir D(omi)nus Johannes Therwin Decretorum Doctor Decanus Hildens(emensis) Cujus anima requiescat in pace

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1483 am 10. Tag vor den Kalenden des Oktober starb der ehrwürdige Mann Herr Johannes Therwin, Doktor des Kirchenrechts (und) Hildesheimer Dechant. Seine Seele ruhe in Frieden.

Kommentar

Johannes Therwin stammt aus einer Hildesheimer Bürgerfamilie. Er hat sich im Sommersemester 1461 an der Universität Leipzig immatrikuliert, ein Jahr später ist er an der Universität Rostock nachzuweisen.4) In den Jahren 1476/77 ist er in einer Zeugenliste der römischen Rota mit dem Titel eines Dechanten am Hildesheimer Dom genannt.5) 1481 und 1482 ist er in Hildesheim urkundlich bezeugt.6) Eine Inschrift an der Dechanei des Heilig-Kreuz-Stifts von 1499 nennt ihn als ehemaligen Inhaber des Dechantenamts an Heilig Kreuz (vgl. Nr. 222).

Anmerkungen

  1. Beschreibung nach DBHi, HS 269, S. 200; s. a. Bertram, Bischöfe, Grundriß, Nr. 95.
  2. Vgl. Bertram, Bischöfe, S. 102.
  3. 22. September.
  4. Matrikel Leipzig, Bd. 1, S. 226, Nr. 10; Matrikel Rostock, Bd. 1, S. 134, Nr. 32.
  5. Hilling, Rota, S. 75; Lamay (Domkapitel, S. 93) gibt Therwins Amtszeit als Domdechant von 1479 bis 1483 an.
  6. UB Stadt 8, Nr. 25, Nr. 47, Nr. 63.

Nachweise

  1. Bertram, Bischöfe, S. 102.
  2. DBHi, HS 269, S. 200.
  3. DBHi, HS C 430, o. S.
  4. Slg. Rieckenberg, S. 626.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 198† (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0019803.