Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 160 St. Godehard 1450

Beschreibung

Stein in der ehemals zum Kreuzgang gelegenen Außenmauer des südlichen Seitenschiffs der Kirche mit der Grabschrift für den Akoluthen1) Seghebandus von Oberhusen. Der querrechteckige Stein befindet sich über dem Sockel. Die an mehreren Stellen beschädigte Inschrift ist in drei Zeilen erhaben ausgeführt.

Maße: H.: 32 cm; B.: 168 cm; Bu.: 7,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien.

Christine Wulf [1/1]

  1. [anno] d(omi)ni M° cccc°a) l in dieb) s(an)c(t)i arnulfi (con)fessoris2) Obiitc) / [f(rate)r]d) Zegheband(us) de obernshusen accolit(us) vi[x] cong(r)e/[gationi]se) cui[us]f) anima r[equ]iescat in pace · amen3)

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1450 am Tag des heiligen Bekenners Arnulf starb der Akoluth Bruder Seghebandus von Oberhusen, gerade erst [Mitglied] der Klostergemeinschaft. Seine Seele ruhe in Frieden. Amen.

Kommentar

Die c, e und t tragen Zierstriche, Schluß-s mit Diagonalstrich, i in den meisten Fällen aus Haste mit i-Punkt.

Seghebandus von Oberhusen ist im jüngeren Nekrologium von St. Godehard als Novize am 17. Juli mit einer Stiftung von 100 Gulden eingetragen.4)

Textkritischer Apparat

  1. Am letzten c setzt ein langer Zierhaken an, der oben in die Oberlänge des l übergeht.
  2. die] Balken des e zu einem langen, bis auf die Grundlinie reichenden Zierstrich reduziert.
  3. Obiit] Am t setzt ein langer, unten weit umgebogener Zierhaken an.
  4. [f(rate)r]] Ergänzt nach Mithoff, Kd.
  5. cong(r)e/[gationi]s] e klein und über g gestellt, die Ergänzung erfolgt nach einem älteren Photo, heute sind in dem Bereich des Wortes nur noch einzelne Hasten zu erkennen.
  6. vi[x] cong(r)e/[gationi]s cui[us]] v[ir eximi]e [religioni]s oder [dictioni]s cuius Ergänzungsvorschlag Slg. Rieckenberg.

Anmerkungen

  1. ‚Akoluth‘ Inhaber der niederen Weihen.
  2. 18. Juli.
  3. Für Hilfe bei der Lesung der Inschrift danke ich Herrn Dr. Harald Drös, Inschriftenkommission Heidelberg.
  4. StaHi, Bestand 52, Nr. 171, fol. 85v.

Nachweise

  1. Mithoff, Kunstdenkmale, S. 148.
  2. Kd. Hildesheim, Kirchen, S. 252.
  3. Slg. Rieckenberg, S. 581f., zwei Photos.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 160 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0016008.