Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 112(†) Dom E. 14. Jh.?

Beschreibung

Skulptur der sitzenden Maria mit dem Kind. Eichenholz, vergoldet. Die heute in einer Nische des südlichen Querhauses aufgestellte Skulptur stammt vom Hauptaltar der Krypta. Unten am Sockel der Figur befand sich die bereits zur Zeit von Kratz nicht mehr erhaltene Inschrift.1) An ihrer Stelle war wahrscheinlich eine jüngere, nach 1650 entstandene Inschrift angebracht.2)

Inschrift nach Kratz.

  1. TOT TIBI SINT LAUDES VIRGO QUOT SIDERA COELO

Übersetzung:

Dir sollen so viele Lobpreisungen dargebracht werden, Jungfrau, wie Sterne am Himmel sind.

Versmaß: Hexameter.

Kommentar

Das in früheren Zeiten als wundertätig verehrte Gnadenbild ist stilistisch an das Ende des 14. Jahrhunderts zu datieren. Möglicherweise gehört es zu den Stiftungen des Bischofs Gerhard (1365–1398).3) Die ältere noch von Kratz referierte Hildesheimer Tradition hingegen schrieb es der Zeit des Bischofs Altfrid (851–875) zu.4)

Anmerkungen

  1. Kratz, Dom 2, S. 164.
  2. Consolatrix afflictorum ‚Trösterin der Betrübten‘. Von den offenbar zahlreichen Weihegeschenken, die zu diesem Gnadenbild gehörten, trugen die beiden im Jahr 1739 gestifteten Kronen auf dem Reif die Inschrift (nach Kratz): J. E. v. B. S: M: et M. F. v. K. D(onum) d(edicat) – 8. Sept. a(nn)o 1739 und sind damit als Stiftungen des Freiherrn Jobst Edmund von Brabeck und seiner Gemahlin Maria Felicitas, Freiin von Kerkering, ausgewiesen (Kratz, Dom 2, S. 166f.).
  3. Michael Wolfson: Die Stiftungen Bischof Gerhards. In: Kat. Goldkelch, S. 25–36, hier S. 35 mit Abb. 14.
  4. Kratz, Dom 2, S. 166; Beiträge zur Hildesheimischen Geschichte 2, S. 9f.

Nachweise

  1. Kratz, Dom 2, S. 166.
  2. Gisela Nowak: Barocke Silberschätze in Hildesheimer Kirchen. In: Diözese 50 (1982), S. 137–165, hier S. 137.
  3. Slg. Rieckenberg, S. 443.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 112(†) (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di058g010k0011202.