Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 58: Stadt Hildesheim (2003)

Nr. 85† St. Michaelis 1331 o. später

Beschreibung

Grabdenkmal für den Abt Heinrich von Wendhausen, der in der zwischen Dormitorium und Krypta gelegenen Kapelle der Heiligen Philippus und Jakobus bestattet wurde.1) Es ist nicht sicher, ob die Inschrift tatsächlich ausgeführt war, da die Chroniken den Text wahrscheinlich nicht nach Autopsie überliefern.

Inschrift nach Chronica S. Michaelis, ed. Meibom.

  1. Obiit pie memorie Ordine Septedenusa) abbas in nomine primus Henricus dict(us) q(ui) semp(er) sit benedict(us)

Übersetzung:

Es starb frommen Angedenkens der nach der Reihenfolge 17., dem Namen nach erste Abt, Heinrich genannt. Er sei immer gesegnet.

Versmaß: Zwei Hexameter, der erste einsilbig, der zweite zweisilbig leoninisch gereimt (Ordine ... benedictus).

Kommentar

Die beiden Hexameter stimmen mit den mittleren Versen der Stiftungsinschrift des Heinrich von Wendhausen (1298–1331) auf der Tafel des Heilig-Kreuz-Altars überein (Nr. 83). Näheres zu seiner Biographie s. im Kommentar zu Nr. 80. Einer Urkunde von 1331 zufolge resignierte er in diesem Jahr sein Amt.2) Das genaue Todesdatum ist nicht bekannt.

Textkritischer Apparat

  1. Septedenus] octodenus Letzner. Trotz der anderslautenden Inschrift führen ihn die Chronica als 18. Abt. Zur Position dieses Abts in der Abtsliste des Michaelisklosters vgl. den Kommentar zu Nr. 83.

Anmerkungen

  1. Vgl. Chronica S. Michaelis, ed. Meibom, S. 521.
  2. UB Hochstift 4, Nr. 1198.

Nachweise

  1. Chronica S. Michaelis, ed. Meibom, S. 521.
  2. Letzner, Hildesheimische Chronik, 2. Buch, Kapitel 9, S. 328.
  3. DBHi, HS C 26, S. 6.
  4. DBHi, HS 141b, S. 188f.

Zitierhinweis:
DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 85† (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di058g010k0008500.