Inschriftenkatalog: Landkreis Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 88: Landkreis Hildesheim (2014)

Nr. 203 Banteln, Feldberger Kapelle 1582

Beschreibung

Epitaph für Johann von Dötzum. Stein. Das stark verwitterte Epitaph ist außen am Westgiebel der Kapelle angebracht. Im von zwei Säulen flankierten Mittelfeld unter einem flachen Kleeblattbogen Christus am Kreuz mit Titulus A. Darunter knien der Verstorbene in Rüstung und seine Ehefrau, zwischen beiden ein Wickelkind. In den Zwickeln des Kleeblattbogens je zwei und unterhalb der Figuren auf jeder Seite weitere zwei Vollwappen. Heraldisch rechts die Ahnenprobe des Verstorbenen, links die seiner Ehefrau. Unterhalb der Darstellung ein querrechteckiges Schriftfeld mit den Inschriften B und C, die durch Verwendung verschiedener Schriftarten optisch voneinander abgegrenzt sind. Der untere Bereich des Epitaphs steht im Erdreich; daher ist der Schluss von Inschrift C nicht mehr zu lesen. Über dem Mittelfeld ein mit Zahnschnitt verziertes Gesims mit Kugelaufsätzen über den Ecken, dazwischen Voluten und ein Engel. Die Inschriften sind erhaben ausgehauen.

Inschrift C ergänzt nach DBHi, HS C 1598b.

Maße: H.: 228 cm; B.: 109 cm; Bu.: 1,5–2 cm (A), 4,3 cm (B), 3 cm (C).

Schriftart(en): Kapitalis mit Elementen der frühhumanistischen Kapitalis (A, B), Fraktur (C).

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Christine Wulf) [1/1]

  1. A

    I(ESVS) N(AZARENVS) R(EX) I(VDAEORVM)1)

  2. B

    ANNO · 15·82 · FRIDAG · DEN · 8 · IVNII / TVISKEN · 11 · VND · 12 · THO · MIDDAGE / IS · DE · EDLER · EHRNVESTER · IVNCKER / IOHAN · V(ON) · DOTZEM · IN · GODT · ENTSLAPEN

  3. C

    Joes. iii / Also · hefft · godt · de · werlt · gelebet · dat · he / Sine(n) · Einge(n) · Sone · gaf · vp · dat · Alle · de · [An · En · geloue(n) · nicht · vorlore(n) · werde(n) · Svnder · dat · Ewige · Lebent · hebben ·]2)

Wappen:
Dötzum*Rommel3)Boventen*Steinberg*
Saldern*Klencke4)Oldershausen*Hanstein*

Kommentar

In den Inschriften A und B ist O spitzoval und N mit Ausbuchtung am Diagonalschaft ausgeführt.

Johann von Dötzum und seine Ehefrau Augusta von Boventen, Tochter Ludolfs I. und der Barbara von Steinberg, starben ohne leibliche Erben. Ihr Besitz ging zum Teil an eine Nichte der Augusta von Boventen, Marie von Gittelde, die mit Johann von Bennigsen verheiratet war5) (vgl. Nr. 204).

Anmerkungen

  1. Io. 19,19.
  2. Jh. 3,16.
  3. Wappen Rommel (geteilt, unten gerautet, oben nach rechts schreitender Löwe, Helmzier: wachsender Löwe). Vgl. DI 36 (Stadt Hannover), Nr. 126, Abb. 21 Epitaph der Schwestern Rommel; Rommel, Die Rommels, Einband u. S. 3.
  4. Wappen Klencke (Kammrad, Helmzier: Schildfigur mit Pfauenfedern besteckt). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 2, Abt. 2, S. 6 u. Tafel 4.
  5. Reden-Dohna, Rittersitze, S. 84.

Nachweise

  1. DBHi, HS C 1598b, S. 31.
  2. Mithoff, Kunstdenkmale Fürstenthum Calenberg, S. 32.
  3. Joachim Werner, 1255–2005. 750 Jahre Dötzum. In: Beiträge zur Geschichte der Stadt Gronau (Leine) (2009), S. 68–78, hier S. 73.

Zitierhinweis:
DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 203 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di088g016k0020300.