Inschriftenkatalog: Landkreis Hildesheim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 88: Landkreis Hildesheim (2014)

Nr. 14† Söhlde, ev. Kirche 14. Jh.

Beschreibung

Glocke. Im Jahr 1920 verkauft und eingeschmolzen.1) Inschrift A verlief unterhalb der Glockenschulter zwischen Schnurstegen. Inschrift B am Schlagring. Als Worttrenner standen nach MARIA ein Quadrat und ansonsten fünf kreuzförmig angeordnete Punkte.

Inschriften nach Zeichnung Mithoff.

Maße: Dm.: 83 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.2)

  1. A

    MARIA · VWEa)SK · DODOEb)NRM DONDEb)HRMARINQVWEUK · ACGNQVWESc)K · LCGNQVWESc)K · LVWEUR · LCGNMCGNO [.]d)

  2. B

    GENV

Kommentar

Zur Schrift (nach Zeichnung bei Mithoff): M in symmetrischer geschlossener Form oder links geschlossen; kapitales A mit nach links überstehendem Deckbalken neben unzialem A; abgeschlossenes unziales E neben spiegelverkehrtem kapitalen E; C mit ausgeprägtem Abschlussstrich. Unziales H und rundes N sind nicht zu unterscheiden. Diese Schriftmerkmale deuten auf eine Entstehung der Glocke im 14. Jahrhundert hin.

Bis auf den Glockennamen „Maria“ lässt die Buchstabenfolge keine sinnvollen Einheiten erkennen. Solche Ansammlungen von Buchstaben sind nicht selten auf mittelalterlichen Glocken anzutreffen („Kryptogramm-Glocken“). Sie sind in den meisten Fällen kein Zeugnis für das Unvermögen des Gießers, vielmehr wird der sinnlosen Folge von Buchstaben und Zeichen eine Unheil abwendende Funktion zugeschrieben.3)

Textkritischer Apparat

  1. Unziales E spiegelverkehrt.
  2. Kapitales E spiegelverkehrt.
  3. S spiegelverkehrt.
  4. Die Buchstabenfolge in Inschrift A differiert in den verschiedenen Überlieferungen, außerdem setzt die Transkription in den einzelnen Überlieferungen an verschiedenen Stellen der Inschrift ein. Aus Gründen der Vergleichbarkeit wird die Inschrift im Folgenden abweichend von der Überlieferung jeweils beginnend mit der Buchstabenfolge, die MARIA VWESK entspricht, wiedergegeben. Spiegelverkehrte Buchstaben sind nicht angemerkt: MARLA OVWE S K † IPO DTE HRM POD. GEHR MARIN – OVWESK † ICG. NQVWEZK † ICG NQ VWEZK † LVWEZK † LCS NGCL S Bertheau; MARIA VWESK † IPODTE HRM . POD . QEHRM ARINQVWESK † ICG . NQVWESK † JCG . NQVWESK † LVWESK † LCGNQCGNQ S Kdm.

Anmerkungen

  1. Ernst Bertheau, Die Kirchengemeinde Söhlde. 1930 (maschinenschriftliche Arbeit), S. 125.
  2. Durchmesser nach Kdm. Kreis Marienburg, S. 173; Schriftart nach Mithoff, Kunstdenkmale Fürstenthum Hildesheim, Tafel VI (Zeichnung).
  3. Vgl. DI 39 (Lkr. Jena), Nr. 11–15 (Glocken des Jenaer Kryptogrammisten); DI 64 (Lkr. Querfurt), Nr. 2, 4 u. 13.

Nachweise

  1. Mithoff, Kunstdenkmale Fürstenthum Hildesheim, S. 228 und Tafel VI (Zeichnung).
  2. Kdm. Kreis Marienburg, S. 173.
  3. Ernst Bertheau, Die Kirchengemeinde Söhlde. 1930 (maschinenschriftliche Arbeit), S. 125.

Zitierhinweis:
DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 14† (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di088g016k0001403.