Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 262† St. Stephani 1679

Beschreibung

Grabdenkmal der Anna Margarethe und des Johannes Georg Engelbrecht. Nach Böhmer befand es sich 1710 unter den Steinen im nördlichen Teil des Friedhofes, in enger Nachbarschaft zu weiteren Grabdenkmälern der Familie Engelbrecht1).

Inschrift nach Böhmer.

  1. ANNA MARGARETHA et IOHANNES GEORGIVS ENGELBRECHTII venusta optimae indolis soboles hincque parentum dum viuerent deliciae a mortalis datore2) Christo Iesu ad immortalem vitam euocati illa IX Aug(usti) MDCLXXIIX nat(a) XI eiusd(em) m(ensis) LXXII hic X Mart(ii) MDCLXXIX nat(us) XXX Dec(embris) LXXVII tenerorum ossium cum b(eatis) animabus redunitionem exspectant sub communi hoc saxo quod vtrique suo amori Georgius Engelbrecht i(uris) v(triusque) D(octor) et P(rofessor) p(ublicus) o(rdinarius) atque Margaretha Schraderia parentes moestissimi p(oni) c(urauerunt)

Übersetzung:

Anna Margarethe und Johannes Georg Engelbrecht, liebreizende Nachkommenschaft von bester Art und daher, solange sie lebten, Augapfel ihrer Eltern, sind vom Geber des sterblichen Lebens, Jesus Christus, zum unsterblichen Leben auferweckt worden, sie am 9. August 1678, die am 11. des gleichen Monats im Jahre (16)72 geboren war, er am 10. März 1679, der am 30. Dezember (16)77 geboren war. Sie erwarten die Wiedervereinigung von zartem Leib und seliger Seele unter diesem gemeinsamen Stein, den die tieftraurigen Eltern Georg Engelbrecht, beider Rechte Doktor und öffentlicher ordentlicher Professor, und Margarethe Schrader ihren beiden Lieblingen setzen ließen.

Kommentar

Die Inschrift gilt zwei frühverstorbenen Kindern aus der Ehe Georg Engelbrechts d. Ä. (vgl. Nr. 410) mit Margarethe Schrader (vgl. Nr. 268). Das zu Ehren der Tochter verfaßte Funeralprogramm3) weiß zu berichten, daß die knapp sechsjährige Margarethe bereits las und den ganzen Katechismus nebst zahlreichen Kirchenliedern auswendig rezitieren bzw. singen konnte.

Anmerkungen

  1. Böhmer, Inscriptiones, S. 46 LAPIDES IN PARTE COEMITERII anteriore mit S. 79. Böhmer, Inscriptiones, S. 78ff. reiht Nrr. 268, 262, 410 und 281 hintereinander auf.
  2. (vitae) datore Christo nach deo .. vitae datore Laktanz, Institutiones 1,11,16 u. ö.
  3. Programma in funere .. Annae Margaretae Engelbrechtiae, Helmstedt 1678.

Nachweise

  1. Böhmer, Inscriptiones, S. 79.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 262† (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0026206.