Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 176† St. Stephani 1651

Beschreibung

Grabdenkmal des Friedrich Ulrich Horneius. Nach Böhmer befand es sich 1710 unter den Steinen im nördlichen Teil des Friedhofes1). Das Grab lag in enger Nachbarschaft zu weiteren Gräbern der Familie Horneius2).

Inschrift nach Böhmer.

  1. Ch(ris)to seruatori s(acrum) memoriaeque iuuenis modestia pietate virtute ac doctrina eximii FRIDERICI VLRICI HORNEII C(onradi) f(ilii) bonarum artium et philosophiae magistri qui anno Christi MDCXXVII d(ie) II Nouembr(is) Brunsuici natus dum singulari industria et labore indefesso studiis optimis incumberet paterna vestigia strenue vrgendo caelestia meditans anno Christi MDCLI d(ie) IV Febr(uarii) aetatis suae XXIV confectus tabe placide in domino obdormiuit Moestissimi fratres et sorores hoc monumentum posuerunt

Übersetzung:

Christus, dem Erretter, geweiht und dem Andenken an einen Jüngling, der sich auszeichnete durch Bescheidenheit, Frömmigkeit, Tatkraft und Gelehrsamkeit, an Friedrich Ulrich, Sohn von Konrad Horneius, Magister der schönen Künste und der Philosophie. Geboren im Jahre Christi 1627 am 2. November in Braunschweig, wurde er, während er mit einzigartigem Fleiß und unermüdlichem Arbeitseifer dem Studium der Wissenschaften beharrlich in den Fußstapfen seines Vaters nachging, im Jahre Christi 1651 am 4. Februar im vierundzwanzigsten Lebensjahr, das himmlische Reich vor Augen, hinweggerafft von einer Auszehrung und entschlief sanft im Herrn. Die tieftraurigen Brüder und Schwestern setzten dieses Denkmal.

Kommentar

Der Sohn des Professors der Theologie Konrad Horneius (vgl. Nr. 167) und seiner Ehefrau Anna Katharina Reiche aus Braunschweig, Friedrich Ulrich Horneius, wurde im Alter von neun Jahren am 6. Februar 1636 in die Matrikel der Universität Helmstedt eingeschrieben3). Zusammen mit seinem Bruder Johannes (vgl. Nr. 230) studierte er später in Altdorf4), erwarb während der kurzen Tätigkeit des Johannes Horneius als Professor der Physik an der Universität Rinteln 1649 ebendort den philosophischen Magistergrad und begann danach, in Helmstedt private Übungen zur Logik abzuhalten. Bei der von der Inschrift angegebenen Todesursache tabe confectus hat es sich nach der Beschreibung des Funeralprogramms um Schwindsucht gehandelt.

Anmerkungen

  1. Böhmer, Inscriptiones, S. 46 LAPIDES IN PARTE COEMITERII anteriore mit S. 59f.
  2. Vgl. Nr. 230 mit Anm. 1.
  3. Matrikel Helmstedt, Bd. 2, S. 1. Der tatsächliche Studienbeginn erfolgte einige Jahre später. Zum Hintergrund der Kinderimmatrikulationen vgl. Matrikel Helmstedt, Bd. 3, S. VIIf. und Kundert, Katalog, S. 92f.
  4. Vgl. Programma in funere .. Friderici Ulrici Horneii, Helmstedt 1651. Das Folgende ebenda.

Nachweise

  1. Böhmer, Inscriptiones, S. 59f.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 176† (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di061g011k0017605.