Inschriftenkatalog: Stadt Helmstedt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 61: Stadt Helmstedt (2005)

Nr. 136† St. Stephani 1618

Beschreibung

Grabdenkmal der Dorothea Stucke. Nach Böhmer befand es sich 1710 in der Nähe des Kreuzaltars1). Ebenda hat es Querner um 1850 noch gesehen2).

Inschriften nach Böhmer.

  1. A

    DOROTHEA STVKII dulcissima nata cruentae falce resecta necis condor in hoc tumulo Exanimem fleuere patres fleuere propinqui ipsa sed in summo laetor ouoque polo

  2. B

    in obitum Dorotheae fil(iae) dulciss(imae) posuerunt Ioannes Stukius vtr(iusque) i(uris) D(octor) & prof(essor) p(ublicus) nec non potentiss(imi) Brunsu(icensis) D(ucis) Cons(iliarius) &c(etera) & Anna Maria Tedneria moestissimi parentes

Übersetzung:

Ich, Dorothea, Stuckes allerliebste Tochter, liege unter diesem Hügel bestattet, dahingerafft von des blutigen Todes Sichel. Mich Leblose beweinten die Eltern, beweinten die Verwandten, ich selbst aber bin fröhlich und jubele im höchsten Himmelspole. (A)

Beim Tode ihrer allerliebsten Tochter Dorothea setzten Johannes Stucke, beider Rechte Doktor und öffentlicher Professor, auch des großmächtigen Herzogs von Braunschweig Rat etc., und Anna Maria Tedner, die tieftraurigen Eltern, (dieses Denkmal). (B)

Versmaß: Elegische Distichen (A).

Kommentar

Das Kind Dorothea Stucke verstarb am 23. November 1618 in Helmstedt3). Der Vater der Verstorbenen, Johannes Stucke (1587–1653)4), späterer Kanzler im Fürstentum Calenberg unter Herzog Georg und ab 1649 Kanzler für die Fürstentümer Bremen und Verden im Dienste der Königin Christine von Schweden, war zum Zeitpunkt des Todes von Dorothea Professor der Pandekten in Helmstedt und Rat von Haus aus im Dienste Herzog Friedrich Ulrichs von Braunschweig-Wolfenbüttel. Mit der inschriftlich genannten Anna Maria Tedner, Tochter des Hof- und Konsistorialrates Johannes Tedner in Hannover, war Stucke seit 1613 bis zu ihrem Tode 1639 in erster Ehe verheiratet. Eine weitere Tochter aus dieser Ehe heiratete den Helmstedter Professor der Rechtswissenschaft Joachim Wecke (vgl. Nr. 154).

Anmerkungen

  1. Böhmer, Inscriptiones, S. 8 PROPE ALTARE MINVS. 
  2. Querner 2.
  3. Datum nach: Kat. Leichenpredigtensammlung Göttingen, Bd. 3, S. 125.
  4. Lebensdaten bei Zimmermann, Album, S. 402f.

Nachweise

  1. Böhmer, Inscriptiones, S. 8.
  2. Querner 2.

Zitierhinweis:
DI 61, Stadt Helmstedt, Nr. 136† (Ingrid Henze), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di061g011k0013601.