Inschriftenkatalog: Dom zu Halberstadt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 75: Halberstadt Dom (2009)

Nr. 38 Dom, Schatzkammer um 1343

Beschreibung

Reliquiar, sog. Karlspokal, Domschatz Inv. Nr. 68;1) Silber, vergoldet, getrieben, gegossen, geprägt, graviert, durchbrochen, nielliert, zehn kleine gemugelte Edelsteine, Glas mit Scheiben- und Noppendekor, Seide braunrosa, Spanholz, Pergament. Über dem auf einer profilierten und durchbrochenen Zarge ruhenden, flachen Sechspaßfuß, den noch vier der ehemals sechs kleinen Löwen zieren, erhebt sich unvermittelt der Schaft, dessen Sockel und Nodus – unterbrochen von sechseckigen Schaftringen – die Maßwerkformen eines Sakramentshäuschens wiedergeben; an seinem oberen Ende weitet er sich schalenförmig und läuft in vier profilierte Streben aus, die sich zu acht rankenartigen Streben verzweigen, die das Schauglas fassen und durch Scharniere mit der Fassung des Randes verbunden sind. Auf der mit gratigen Profilen versehenen Fassung sieht man über einem Maßwerkfries ein graviertes Band mit Blattornamenten und Fabelwesen mit menschlichen Gesichtern, am oberen Rand sechs feine Bohrungen, die mit solchen am Deckelrand übereinstimmen. Auf dem Deckel, über einer profilierten Zarge sechs Medaillons, die einen Ritter in Turnierrüstung, Kübelhelm mit Fächerkleinod und Schild mit dem Reichsadler2) zeigen, in der erhobenen Rechten sein Schwert haltend. Den Knauf bildet eine mit Metallstiften befestigte gegossene und gravierte Büste des nimbierten und gekrönten Heiligen, an deren unterem Rand auf der Rückseite einzeilig beginnend, auf der Vorderseite zweizeilig der niellierte Titulus sichtbar ist. Im Inneren des Gefäßes befindet sich ein Gestell aus vier profilierten, an den Kanten zu Zacken gefeilten, gebogenen silbernen Streben, deren untere Enden durch eine leicht konkave runde Platte verbunden sind, während die oberen, zangenartig geformten ein Stück Schädelplatte halten. Außerdem sind daran noch elf seidene Reliquienbeutelchen befestigt, ein weiteres liegt lose dabei; auf ein um ein kreisförmig gebogenes Spanholz gespanntes und mit Fäden befestigtes Pergamentstück sind die Reliquienbeischriften3) geschrieben. Einige Risse im Glas z. T. vergoldet, zwei der Gußfiguren des Standfußes fehlen, Vergoldung teilweise vergangen, zwei Reliquienbeutelchen fehlen.

Maße: H. 42,9 cm, D. 18 cm, Bu. 0,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Reinhard Ulbrich) [1/2]

  1. + REXa) // SANCIVSb) / KAROLVS

Übersetzung:

Der heilige König Karl.

Wappen:
Heiliges Römisches Reich2).

Kommentar

Die Buchstabenenden der Inschrift sind sehr breit und wuchtig und nicht sonderlich sorgfältig ausgeführt. Sie wirken gedrungen und weisen kräftige Sporen auf. Das A kommt sowohl flachgedeckt mit sehr breiten unteren Schaftenden als auch mit leicht übergreifendem rechtem Schaft vor, während der linke mit einer tropfenförmigen Bogenschwellung versehen ist. C und E sind jeweils durch einen an seinen Enden nach rechts umgebogenen Abschlußstrich geschlossen. Die Buchstabenbinnenfelder sind gerne oblong geformt. Der obere zum Schaft hin zurückgebogene Schrägbalken des K zeigt außen eine starke tropfenförmige Bogenschwellung. Der Balkensporn des L wird an seinem Ende spitz und hoch nach oben ausgezogen. Nur in runder Form kommt N vor. Dem T fehlt der Balken gänzlich, die beiden kleinen Nodi in der Schaftmitte machen es zum I. Das X gleicht einem dreiarmigen Wirbelrad, über dem zwei Punkte angebracht sind.

Der gläserne Noppenbecher, der dem byzantinischen Kunstkreis entstammt, ist wohl im 9. oder 10. Jahrhundert vermutlich in Griechenland oder im Orient entstanden und hatte ursprünglich vielleicht eine profane Bestimmung.4) Es bleibt ungewiß, ob nicht auch die Fassung ursprünglich ebenfalls für weltliche Zwecke gedacht war.5) Lediglich die Büste mit dem Bildnis des heiligen Herrschers und der Inschrift in gotischer Majuskel, die auf den Deckel aufgesetzt ist, sowie der Nodus in Form eines als Zentralbau angelegten Kapellenkranzes weisen auf seine sakrale Funktion hin. Jedoch könnte die Büste auch erst nachträglich angebracht worden sein. Unter den Reliquien, die im Inneren des Kelches aufbewahrt werden, befindet sich ein Stück vom Haupt Karls des Großen. Bis in die jüngste Zeit hielt sich in der kunstgeschichtlichen Forschung die Meinung, das Reliquiar stamme vom Ende des 13. Jahrhunderts.6) Johannes Michael Fritz setzt es an den Anfang des 14. Jahrhunderts.7) Diesen Ansatz bestätigen die Buchstabenformen der Inschrift, die sogar auf eine noch spätere Entstehung hinweisen, wie sie übrigens schon Oskar Doering seit 1902 und ihm folgend Joseph Braun 1940 für das Reliquiar postulierten.8) Diese Einschätzung teilt auch Petra Janke, die als Entstehungszeit Mitte des 14. Jahrhunderts angibt.9) Zu Beginn des zweiten Jahrhundertdrittels finden sich erste urkundliche Erwähnungen der Halberstädter Karlsverehrung.10) 1337 stiftete der verstorbene Halberstädter Kanoniker Dietrich von Freckleben testamentarisch eine Vikarie. Der ungenannte – weil noch nicht bestellte – Vikar sollte mindestens drei Messen wöchentlich am Karlsaltar lesen. In den Jahren 1361, 1390 und 1446 wird die Vikarie des Karlsaltars erneut begabt.11) Es ist also anzunehmen, daß der Karlsaltar 1337 oder einige Zeit vorher geweiht oder nur geplant worden ist. Daß eine Erwähnung der Karlsfestes im Halberstädter Festkalender vor der Mitte des 14. Jahrhunderts gar nicht möglich war, zeigt eine Urkunde, die wenige Jahre später ausgefertigt wurde. Am Vorabend des Himmelfahrtstages, am 21. Mai 1343, wurde der Festtag zum 28. Januar, dem Todestag des Heiligen, der in der Urkunde ausdrücklich als Gründer der Halberstädter Kirche bezeichnet wird, durch den Halberstädter Domdekan Magister Themo gestiftet.12) Dieser war zunächst bischöflicher Notar und Kanoniker des Liebfrauenstiftes gewesen, wo er den Festtag schon einen Tag zuvor – am Tag nach seiner ersten Nennung als Domdekan – durch eine Stiftung befördert hatte. Seit 1334 ist er als Domherr und Protonotar des Bischofs belegt, später auch als Domscholaster und Kämmerer, seit 1343 fungierte er bis zu seinem Tod 1351 als Domdekan.13) Aus seinem Nachlaß stammt ein großer Teil der späteren Dombibliothek, vor allem juristische Werke, die heute in der Universitätsbibliothek in Halle aufbewahrt werden.14) Seine Stiftung des Karlsfestes, aus der noch 1590 ein Betrag an die Kleriker des Doms gezahlt wurde15), fügt sich in ein erneutes Aufkommen der Begeisterung für den Frankenkaiser seit dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts ein, die etwa einen Herrscher wie Karl IV. die Karlstradition befördern ließ.16) Die Verehrung Karls d. Gr. zeigt sich auch in der Wahl des Siegels, das sich Themo als Domdekan im Jahr 1343 stechen ließ.17) Man sieht im Bildfeld den Heiligen mit Nimbus, gekrönt und in den Händen ein Lilienszepter und ein Kirchenmodell haltend, das ihn als Gründer der Halberstädter Kirche ausweist. Die Beischrift lautet – derjenigen auf dem Reliquiaraufsatz ähnlich – S(ANCTVS) KAROLVS. Die Schrift des Siegels wie auch der gewählte Bildtypus weisen Ähnlichkeit mit denjenigen des Karlspokals auf. Jugendliche Züge des Kaisers kommen seit dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts zunehmend vor.18) Die Übereinstimmungen zwischen Siegel und Büste des Reliquiars hinsichtlich Bartlosigkeit, Haartracht, Krone und Gewandabschluß sind hoch. Beides könnte also von Themo anläßlich seiner Wahl zum Dekan und zur Einrichtung des Festtages um das Jahr 1343 in Auftrag gegeben worden und vielleicht sogar in ein und derselben Werkstatt entstanden sein. Als Entstehungsort hatte Fritz infolge von Übereinstimmungen mit einem weiteren Halberstädter Reliquiar aus dieser Zeit schon Magdeburg vermutet.19) Das von Domdekan Themo gestiftete Fest sollte in Halberstadt mit doppeltem Offizium gefeiert werden. Dazu sollten unter anderem die Historia des Kaisers feierlich gesungen und die Festtagsglocke geläutet werden, damit eine große Schar Gläubige in der Kirche zusammenkomme und mit den Klerikern das Fest feierlich begehe.20) Noch in derselben Urkunde setzte Bischof Albrecht II. das Fest auch für die gesamte Halberstädter Diözese fest und gewährte einen Ablaß. Am Festtag, der noch bis zur Aufhebung des Domstiftes 1810 begangen wurde, herrschte die Stimmung eines Volksfestes, an dem bis ins 16. Jahrhundert das sog. Domherrenspiel, ein geistliches Possenspiel, aufgeführt wurde.21)

Textkritischer Apparat

  1. REX] Vor dem Wort steht ein Tatzenkreuz. Da das Invokationskreuz auf der Rückseite steht, ist die Inschrift wohl so zu lesen wie angegeben. Vor dem Königstitel ist das Kreuz vermutlich in der Bedeutung „dei gratia“ aufzufassen. Freundlicher Hinweis von Dr. Harald Drös, Heidelberg.
  2. SANCIVS] Sic! Für SANCTVS. Es handelt sich um ein verunglücktes T ohne Balken, dem vor allem die beiden Nodi in der Schaftmitte den Charakter des I geben.

Anmerkungen

  1. Siehe dazu: LHASA Magdeburg, Rep. A 14 Domkapitel zu Halberstadt Älteres Archiv Nr. 1852 Bd. 1, Nro. 28 (Inventar von 1717); Haber 1739, S. 46; Lucanus 1837, S. 9 nennt „sechs goldverzierte pokalartige Gläser mit Reliquien“; Lucanus 1866, S. 47; Nebe 1889/1890, S. 89 f.; Zschiesche 1895, S. 158; Hermes 1896, S. 101; BKD, S. 274; Doering 1927, S. 68; Meyer 1936, S. 28 f.; Falke 1936, S. 268 f.; Braun 1940, S. 111, 255 mit Bild 20; Appuhn 1962/63, S. 145–147 und Abb. 5–7; Hinz 1964, S. 222 mit Abb.; Hinz 1964 b, S. 72; Kötzsche 1967, S. 171–172 mit Abb. 19 und 20; Flemming 1979, S. 87 mit Abb. 34; Fritz 1982, S. 208 mit Abb. 178 und 179; Flemming/Lehmann/Schubert 1990, S. 248 mit Abb. 276; Kostbarkeiten 2001, S. 70 f. mit Abb. ([Petra] S[evrugian]); Janke 2003, S. 32 f. mit Abb.; Fuhrmann 2002 b, S. 57–59 mit Abb. XV; Fuhrmann 2006 a, S. 294–298 mit Abb. 2 und 3; Janke 2006, S. 207–210 mit Taf. 13; Der heilige Schatz 2008, Nr. 32 S. 120–123 mit Abb. (Hans Fuhrmann).
  2. Ein Adler; vgl. Siebmacher Souv2, S. 2 f. mit Taf. 1 Abb. 11, Taf. 5 Abb. 4 und 5. Zum Begriff Heiliges Römisches Reich siehe LexMA Bd. IV, Sp. 2025–2028 (P[eter] Moraw). Der Halbflug zusammen mit dem Adler als Helmzier ist nach Auskunft von Harald Drös, Heidelberg, erst und auch nur vereinzelt in Wappenbüchern des 15. Jahrhunderts belegt. Im 14. Jahrhundert steht es vor allem mit Brandenburg und Tirol in Verbindung. Trotzdem ist hier der Bedeutung nach das Reichswappen gemeint.
  3. „De capite · s(ancti) · Karoli · Petri · Mathie · Aug(us)tini · Jacobi · Lucie · Agathe · Magdalene · Pauli · Brixij · Martini · Barbare · Mauricij“. Zur möglichen Herkunft der Reliquien der in der Sammelauthentik genannten Heiligen siehe Janke 2006, S. 209 f.
  4. Meyer 1936, S. 28; Falke 1936, S. 269; Hinz 1964, S. 222; Hinz 1964 b, S. 72; Kötzsche 1967, S. 171; Flemming 1979, S. 87; Fritz 1982, S. 208; Flemming/Lehmann/Schubert 1990, S. 248; Kostbarkeiten 2001, S. 70 ([Petra] S[evrugian]); Janke 2003, S. 32; Fuhrmann 2002 b, S. 57; Fuhrmann 2006 a, S. 304; Janke 2006, S. 207.
  5. Siehe zum Folgenden Appuhn 1962/63, S. 147; Fritz 1982, S. 208; Fuhrmann 2002 b, S. 57–59; Fuhrmann 2006 a, S. 294 f.; Janke 2006, S. 210; dagegen Kötzsche 1967, S. 172.
  6. Nebe 1889/1890, S. 90; Zschiesche 1895, S. 158; Hermes 1896, S. 101; Meyer 1936, S. 28 f.; Falke 1936, S. 268 f.; Hinz 1964, S. 222; Hinz 1964b, S. 72; Kostbarkeiten 2001, S. 70 ([Petra] S[evrugian]).
  7. Fritz 1982, S. 208; so schon Lucanus 1866, S. 47 und Flemming 1979, S. 87; dieser Ansatz auch bei Flemming/Lehmann/Schubert 1990, S. 248; Fuhrmann 2002 b, S. 58.
  8. BKD, S. 274; Doering 1927, S. 68; Braun 1940, S. 111, 255.
  9. Janke 2003, S. 32; Fuhrmann 2006 a, S. 295; Janke 2006, S. 210.
  10. UBHH Bd. 3, Nr. 2292 S. 394 f.
  11. Ebd., Nr. 2596 S. 657 f.; ebd. Bd. 4, Nr. 3031 S. 320; LHASA Magdeburg, Rep. U 5, XVIIe, Nr. 18.
  12. UBHH Bd. 3, Nr. 2354 S. 452–454. „Ein Heiliger wurde im Mittelalter in einer Kirche rechtmäßig liturgisch nur verehrt, wenn sein Fest offiziell eingerichtet worden war.“ Vgl. Sieger 2003, S. 661.
  13. Die Urkunde für das Liebfrauenstift LHASA Magdeburg, Rep. U 7, Nr. 467, 468; erwähnt schon bei Fitz 2003, S. 378 mit Anm. 1432 samt einem gedruckten Auszug daraus. Zu Themo vgl. Meier 1967, Nr. 293 S. 337; ebd., S. 221 Nachtrag 86 f.; UB S. Bonifacii et S. Pauli, Nr. 146 S. 110 f., Nr. 148 S. 112 f.; ebd., Nr. 112 S. 391; UB St. Johann, Nr. 193 S. 205 f., Nr. 196 f. S. 208 f., Nr. 220 S. 232; in der letztgenannten Urkunde von 1346 II 14 werden als Zeugen genannt „dominus Themo maioris ecclesie decanus ac cancellarius dictus de Bunters[leve] domini Halberstadensis episcopi necnon suus cappellanus dominus Albertus Rant“. Die Herausgeber des Urkundenbuches setzen im Register den Dekan Themo und den Kanzler von Bünters[leve] gleich. Das ist nicht verifizierbar. Allein die Nennung des Kaplans Albertus Rant spricht vielleicht für diese Gleichsetzung, da seit 1358 ein Stiftsherr von St. Pauli den ungewöhnlichen Vornamen des Domdekans und den Nachnamen des Kaplans vereinte, ein Umstand, der auf eine mögliche weitläufige Verwandtschaft verweist; vgl. UB S. Bonifacii et S. Pauli, Register S. 597 und 599; UB St. Johann, Register S. 608. Barth 1900, S. 91, der die zitierte Stelle als „zweifelhafte“ bezeichnet, nimmt an, daß es sich bei der Bezeichnung „cancellarius“ um eine Variation des Titels Protonotarius gehandelt hat, einen Titel, den Themo 1334 führte; vgl. auch UBHH Bd. 3, Nr. 2353–2355 S. 451–455. Siehe zum Amt des Protonotarius auch Brackmann 1898, S. 124. Nach Budeus 1624, S. 135 f. (i. e. S. 135 und S. 138, da S. 136 und S. 137 nicht gedruckt wurden und fehlen) soll Themo als „cancellarius“ des Bischofs der Verfasser von dessen Biographie gewesen sein; vgl. dazu auch MGH SS XXIII (Gesta Alberti II.), S. 123. Nach Augustin und Lucanus ist Themo im Jahr 1336 auch Portanarius. Vgl. dazu Augustin 1823 a, S. 118; Lucanus 1791 c, S. 340. Das ist urkundlich sonst nicht nachweisbar. Vielleicht hat es sich nur um eine Verlesung für „protonotarius“ gehandelt. Themos Memoria wurde „in vigilia Thome“ gehalten, wie aus dem verschollenen Liber ordinarius des Domes hervorging. Er starb also am 20. Dezember 1351; vgl. dazu Schmidt 1881, Nr. 164. Sein Nachfolger Albrecht Gotgemak wurde von Papst Clemens VII. am 1. Oktober 1352 mit dem erledigten Dekanat providiert; vgl. UBHH Bd. 3, Nr. 2436 S. 547 f.
  14. Diestelkamp 1927, S. 183 f.
  15. LHASA Magdeburg, Rep. Cop. 671 a, fol. 10r, 83r.
  16. Zuletzt dazu Machilek 2003, S. 113–145; Kerner 2000, S. 138–156; Bláhová 1999, S. 15 ff.; Folz 1950, S. 423–465; Folz 1951, S. 6–9.
  17. UBHH Bd. 3, Taf. XVII zu Nr. 2354. Die Inschrift lautet: + S(IGILLVM) THEMONIS · DECANI · ECC(LESI)E · HALB(ERSTADENSIS). Themos Vorgänger als Domdekan, Jacob Snelhart, war nach den Nekrologen von Liebfrauen und St. Bonifatius am 28. oder 29. August 1342 gestorben; vgl. UBHH Bd. 3, Nr. 2361 Anm. 1 S. 361. Die Wahl Themos zum Domdekan muß also zwischen September 1342 und Mai 1343 stattgefunden haben. Das Siegel erwähnt bei Fitz 2003, S. 378 mit Anm. 1427.
  18. Kahsnitz 2003, S. 319 und 322 mit Abb. 13, S. 345. Eine Chorgestühlwange aus der Frankfurter Bartholomäuskirche aus dem Jahr 1345 (oder 1352) zeigt den Karolinger bartlos; vgl. ebd., S. 357 (1345), Abb. 23 S. 337 (1352). Den Gesichtstyp führt Hans-Joachim Jacobs auf die Stilverwandschaft mittelrheinischer Arbeiten aus der Zeit von 1329–1330 und Trierer Buchmalerei zurück; vgl. Jacobs 1994, S. 67–73 mit Abb. S. 69. Siehe auch Heuser 2000, hier S. 71–73 mit Abb. S. 71 sowie Katalog Frankfurt 2000, Nr. II, 1 und ebd., S. 114 (Matthias Th. Kloft), wo Karl der Große als Compatron der Kirche dargestellt ist. Diesen Typus gibt auch das „Jüngere Karlssiegel“, das Geschäftssiegel der Stadt Aachen, wieder, das um 1328 entstand; vgl. Diederich 2003, S. 726–728 mit Abb. 3. Wenn es sich aber um einen modischen Zeitstil handelte, dürfte die durch Appuhn 1962/63, S. 145–147 ins Spiel gebrachte Orientierung am Königstypus Davids an Wahrscheinlichkeit verlieren; ähnlich schon Kötzsche 1967, S. 172. Siehe auch Der heilige Schatz 2008, Nr. 32 S. 123 (Hans Fuhrmann).
  19. Fritz 1982, S. 208; siehe dazu auch Meyer 1936, S. 28 f.; Falke 1936, S. 268 f.; Appuhn 1962/63, S. 146; Kötzsche 1967, S. 172.
  20. UBHH Bd. 3, Nr. 2354 S. 453. Die Historia de sancto Karolo, die auch Teile der Gründungsgeschichte Halberstadts beinhaltet, ist in der von Schmidt Missale genannten Handschrift des 14. Jahrhunderts Halberstadt, Stadtarchiv, Ms 81 = Schmidt 1878, S. 33 Nr. 81, fol. cr–cv enthalten; das Karlsfest mit der Historia findet sich auch in einer bislang unidentifizierten Handschrift Halberstadt, Stadtarchiv, Nr. 4, fol. 224r–225v; siehe auch Folz 1951, S. 26 und S. 85–87 mit Hinweis auf Schmidt 1878, Nr. 115, ein Lektionar von 1434, das diesen Text ebenfalls wiedergab. In einer Läuteordnung des Domes gibt es noch in der zweiten Hälfte des 16. oder der ersten des 17. Jahrhunderts Anordnungen zum Karlsfest; vgl. Odenthal 2005, S. 110, 115 f., 270. Vgl. zu den Halberstädter Domglocken zuletzt Peter 1999; Peter/Bund 1997.
  21. Frantz 1853, S. 6 A**; Boettcher 1913, S. 362; Fitz 2003, S. 155, 378 f.

Nachweise

  1. Nebe 1889/1890, S. 90.
  2. Hermes 1896, S. 101 mit Abb. S. 90.
  3. Falke 1936, S. 268 f.
  4. Appuhn 1962/63, S. 145, 147, 149 mit Anm. 45 und Abb. 5–7.
  5. Hinz 1964, S. 222 mit Abb.
  6. Kötzsche 1967, S. 171 f. mit Abb. 19 und 20.
  7. Fritz 1982, S. 208 mit Abb. 178 und 179.
  8. Kostbarkeiten 2001, S. 70 mit Abb. S. 71 ([Petra] S[evrugian]).
  9. Janke 2003, S. 32 mit Abb. S. 33.
  10. Fuhrmann 2002 b, S. 57–59 mit Abb. XV.
  11. Janke 2006, S. 207–210 mit Taf. 13.
  12. Fuhrmann 2006 a, S. 295 mit Abb. 2, 3.
  13. Der heilige Schatz 2008, Nr. 32 S. 120–123 mit Abb. (Hans Fuhrmann).

Zitierhinweis:
DI 75, Halberstadt Dom, Nr. 38 (Hans Fuhrmann), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di075l003k0003803.