Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 48† St. Marien 1367

Beschreibung

Grabplatte. Nach Pyl (1885) befand sie sich im dritten Joch des nördlichen Seitenschiffs,1) heute verloren.

Inschrift nach Pyl.

Maße: H. 320 cm, Br. 200 cm (Pyl).

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. Anno domini m ccc lxvii dom(inica) a(nte) ioh(annis) ap(ostoli) [ - - - ]lis consul cuius anima per piam misericordiam dei requiescat in pace amen

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1367 am Sonntag vor dem Tag des Apostels Johannes (20. Juni) (...), Ratsherr. Seine Seele ruhe durch Gottes gütiges Erbarmen in Frieden. Amen.

Kommentar

Pyl vermutete, ohne dies zu begründen, dass es sich um eine Grabplatte der Familie Werle oder Wale handele. Dagegen kommen als im Jahr 1367 verstorbene Ratsherren Johann von Rostock und Hinrich Wruke infrage. Johann von Rostock war ein Sohn Dietrichs von Rostock und der Margarete. Er wurde 1359 in den Rat aufgenommen und besaß aus dem väterlichen Erbe Häuser in der Knopf- und Hunnenstraße sowie ein Eckhaus am Marienkirchplatz.2) Hinrich Wruke, seit 1321 in den Greifswalder Quellen fassbar, hatte später das Amt eines städtischen Notars inne. 1366 zum Ratsherrn gewählt verstarb er bereits im darauffolgenden Jahr. Er erwarb mehrere Häuser in der Büch- und Fleischerstraße und war mit Katharina, Witwe des Ratsherrn Bolto von Kiel, verheiratet.3)

Anmerkungen

  1. Siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Marien, Nr. 152.
  2. Pyl, Genealogien 4, S. 128f. (Nr. 163).
  3. Pyl, Genealogien 4, S. 138f. (Nr. 171).

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 561.

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 48† (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di077g014k0004800.