Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 425 St. Jacobi 1648

Beschreibung

Grabplatte für Katharina Fritz (A). Kalkstein. Hochrechteckige, an der rechten Langseite nach oben sich verjüngende Platte im vierten Joch des nördlichen Seitenschiffs, an der Außenwand aufgerichtet.1) Die linke untere Ecke ist beschädigt. Auf der oberen Plattenhälfte in zentrierten Zeilen Inschrift A für Katharina Fritz. In der Mitte der oberen Schmalseite in Ritzzeichnung Pilgerstab und Muschel als Besitzzeichen der Jacobikirche, rechts daneben Nummerierung B. Die Inschriften sind eingehauen.

Maße: H. 174 cm, Br. 91 cm. Bu. 4 cm (A).

Schriftart(en): Kapitalis mit Versalien und Minuskel.

Jürgen Herold [1/1]

  1. A

    SEPVLCHVUMa) HAEREDITARIVM / PIAE MATRONAE / CATHARINAE FRITzEN / D(OMI)NI GEORGII PENNINGSTORPII ET / M(AGISTRI) CHRISTOPHORII CALSOVII PASTORVM / WILTBERGENSIVM RELICTAE / VIDVAE ˑ AnnO 1648

  2. B

    13

Übersetzung:

Erbbegräbnis der frommen Frau Katharina Fritz, des Herrn Georg Penningsdorf und des Magisters Christoph Calsow, (beide) Pfarrer in Wildberg, hinterlassene Witwe. Im Jahr 1648. (A)

Kommentar

Katharina Fritz war in erster Ehe mit dem Pfarrer Georg Penningsdorf von Wildberg (bei Altentreptow, Ldkr. Mecklenburgische Seenplatte), danach mit dessen Amtsnachfolger Christoph Calsow verheiratet. Beide waren 1648, als Katharina Fritz ihr Erbbegräbnis in der Jacobikirche erwarb, bereits verstorben. Das Erbbegräbnis von Jürgen Penningsdorf in der Marienkirche mit der Jahreszahl 1681 (Kat.-Nr. 174) kann nur einem jüngeren Verwandten Georgs, vielleicht einem Sohn aus der Ehe mit Katharina, gehört haben. Eine Tochter aus der Ehe mit Christoph Calsow, Maria Calsow, heiratete den Archidiakon der Nikolaikirche Joachim Rhaw († 1663), deren Tochter Maria den Nachfolger Rhaws als Archidiakon, Johannes Stephani († 1711).2) Hans, Christian und Michel Calsow, vermutlich Söhne Katharinas aus ihrer zweiten Ehe, lebten in Wildberg.3)

Textkritischer Apparat

  1. Statt SEPVLCHRVM.

Anmerkungen

  1. Zur früheren Lage siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Jacobi, Nr. 29.
  2. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 444. Epitaphien für Joachim Rhaw und Johannes Stephani befinden sich in der Nikolaikirche.
  3. Schubert, Trauregister 10, S. 16 (Nr. 13, 18, 22).

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 444, Anm. 1, S. 658 (A).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 425 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di077g014k0042507.