Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 311 St. Marien 1614

Beschreibung

Glocke. Sog. Kleine Glocke. Die erhaben gegossene Inschrift unterhalb der Schulter umlaufend zwischen einfachen Stegen, darunter ein Ornamentfries.

Maße: H. 60 cm (ohne Krone), ca. 80 cm (mit Krone), Dm. 73 cm. Bu. 2 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

Jürgen Herold [1/6]

  1. SIT NOMEN ˑ DOMINI BENEDICTVM1) ˑ DINNIES DROYSE ˑ ANNO ˑ DOMINI ˑ 16ˑ14 ˑ

Übersetzung:

Der Name des Herrn sei gepriesen. Dinnies Droyse im Jahr des Herrn 1614.

Kommentar

Der Glocken- und Grapengießer Dinnies (Dionysius) Droyse (1582 – nach 1626) ist zwischen 1603 und 1626 als Besitzer des Hauses Mühlenstr. 5/6 nachweisbar, das vorher seinen Eltern gehörte.2) Bis zum Jahr 1615 goss er zahlreiche Glocken für Greifswalder (Kat.-Nr. 317) und andere Kirchen in der Region, unter anderem für die Pfarrkirche in Kasnevitz (Ldkr. Vorpommern-Rügen).3) Zum Guss der Kleinen Glocke liegen ausführliche Abrechnungen vor.4) Dinnies Droyse erlangte am 29. Juni 1599 das Bürgerrecht und war verheiratet mit Margarete Stendal aus Berlin.5) Sein gleichnamiger Sohn erwarb 1635 eine Grabplatte in der Marienkirche (Kat.-Nr. 168).

Anmerkungen

  1. Iob 1,21.
  2. StA Greifswald, Grundstückschronik, Mühlenstr. 5.
  3. Vgl. DI 55 (Landkreis Rügen), Nr. 125; auch Eichler, Glockengießer, S. 79.
  4. StA Greifswald, Rep. 3 Nr. 146, 1593–1620, Bl. 489v–496r; Pyl, Nachträge 1, S. 35.
  5. Gesterding, Zweite Fortsetzung, S. 289 (Nr. 1). Zum Bürgerrecht vgl. StA Greifswald, Rep. 3 Nr. 28, Bl. 22r.

Nachweise

  1. Pyl, 38.–39. Jahresbericht, S. 46.
  2. Haselberg, Kreis Greifswald, S. 102.
  3. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 519.

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 311 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di077g014k0031108.