Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 284 St. Marien E.16.–A.17.Jh., 1615, 1677

Beschreibung

Grabplatte für Göries Wittstock (A) und Joachim Sukow (B). Kalkstein. Hochrechteckige Platte im vierten Joch des Mittelschiffs, im südlichen Abschnitt des Quergangs vor dem Altar.1) Der Stein ist an der oberen Kante beschnitten, die linke Langseite wird von den Stufen des Altarpodests verdeckt. An der rechten Langseite ist im unteren Drittel ein schmaler, rechteckiger Streifen herausgeschnitten. In der Plattenmitte ein ausgemeißelter Wappenschild, darüber eine ebenfalls ausgemeißelte einzeilige Inschrift, über der ohne Zwischenraum Inschrift A für Göries Wittstock angebracht wurde. Die Zeilenenden von A werden von der Altarstufe verdeckt. In der unteren Hälfte des Steins die getilgte, aber noch lesbare Inschrift B für Joachim Sukow. Die Enden der beiden oberen Zeilen sind durch das Beschneiden der Platte am rechten Rand verloren. Unter B eine ebenfalls getilgte, aber noch erkennbare Hausmarke (H65). Am oberen Rand der Platte Inschrift C, deren Anfang verloren ist. Nur die beiden letzten Zeilen sind erhalten. In der Plattenmitte rechts neben dem Schild auf dem Kopf stehend Nummerierung D. Inschrift A erhaben in vertieftem Feld, die übrigen eingehauen.

Inschrift A ergänzt nach Pyl.

Maße: H. 158 cm, Br. 95 cm. Bu. 10 cm (A), 5 cm (B), 5,5 cm (C).

Schriftart(en): Mischschrift aus gotischer Minuskel und Fraktur (A), Kapitalis (B, C).

Jürgen Herold [1/1]

  1. A

    Disse Sten hort Gories [Wit]/stock v[nd] siner Hawsfro[uwe]

  2. B

    DISSE STEIN HORT IOCH[IM] / SVKOW VNDE SINEN ER[...]a) / 1615

  3. C

    [ - - - ] / VND SEINEN ERBEN / ANNO 1677

  4. D

    7

Kommentar

Der Schiffer Göries Wittstock (A) besaß ein Haus in der Kuhstraße. 1613 wird seine Witwe erwähnt, die 1616 im Rahmen von Erbauseinandersetzungen die Hälfte des Hauses erhielt.2) Die Platte kam bereits 1615 an den Kaufmann Joachim Sukow, der 1627 eine weitere Grabplatte in der Marienkirche erwarb (Kat.-Nr. 211). Durch den überwiegenden Verlust von Inschrift C lässt sich nicht mehr nachvollziehen, wer die Platte seit dem Jahr 1677 besaß (C). Zwischenzeitlich oder später gehörte sie der Marienkirche (D).

Textkritischer Apparat

  1. ER[...]] Zu ergänzen zu ERVEN oder ERBEN.

Anmerkungen

  1. Siehe Grundriss St. Marien, Nr. 174. Zur früheren Lage siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Marien, Nr. 105.
  2. StA Greifswald, Grundstückschronik, Kuhstr. 27 (1584, 1613, 1616).

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 600 (B), 601 (A).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 284 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di077g014k0028406.