Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 274† St. Marien 1600

Beschreibung

Epitaph für Kaspar Corswant und seine Ehefrau Anna Schwarz. Im Jahr 1885 nicht mehr vorhanden.1)

Inschrift nach Dähnert.

  1. Vitae integritate et prudentia conspicuo viro D(omi)n(o) Casparo Corswanto civi huius urbis facile primario e patritia Corswantorum familia Anno 1540 nato et placide A(nno) 1598 die 21 Aug(usti) in Christo demortuo Necnon lectissimae castissimaeque feminae Annae Swarten Anno 1552 natae et anno 1582 die 11 Decembr(is) defunctae coniugi eius charissimae Parentibus dilectissimis pietatis reverentiae et memoriae causa hoc monumentum liberi moestissimi posuerunt Anno 1600

    Christianus nat(us) A(nn)o 71a) Matthias nat(us) A(nn)o 77 
    Petrus nat(us) A(nn)o 73 Anna nat(a) A(nn)o 79 
    Barbara nat(a) A(nn)o 75 Casparus nat(us) A(nn)o 82 

Übersetzung:

Für den durch Rechtschaffenheit der Lebensführung und Umsicht ausgezeichneten Mann Herrn Kaspar Corswant, unstreitig erster Bürger dieser Stadt aus der Patrizier-Familie Corswant, geboren im Jahr 1540 und friedlich in Christus gestorben im Jahr 1598 am 21. Tag des August, ebenso für die sehr vornehme und keusche Frau Anna Schwarz, geboren im Jahr 1552 und gestorben im Jahr 1582 am 11. Tag des Dezember, seine teuerste Ehefrau, für die sehr geliebten Eltern haben die tieftraurigen Kinder dieses Denkmal aus Frömmigkeit, Ehrerbietung und zum Gedächtnis im Jahr 1600 errichten lassen: Christian, geboren im Jahr (15)71, Peter, geboren im Jahr (15)73, Barbara, geboren im Jahr (15)75, Matthias, geboren im Jahr (15)77, Anna, geboren im Jahr (15)79, Kaspar, geboren im Jahr (15)82.

Kommentar

Kaspar Corswant (1540–1598), ein Sohn des Bürgermeisters Peter Corswant und der Barbara Lotze, erwarb 1571 als Kaufmann das Bürgerrecht und war Provisor von St. Marien.2) Als solcher ließ er sein Wappen an der 1587 geschaffenen Kanzel anbringen (Kat.-Nr. 256). Seine Ehefrau Anna Schwarz (Kat.-Nr. 26) war eine Tochter des Kaufmanns Matthias Schwarz und der Gertrud Reich.3) Ihre sechs Kinder ließen das Epitaph zwei Jahre nach dem Tod des Vaters errichten. Sein Sohn Karsten (Christian) Corswant bewohnte mit seiner Ehefrau Anna Erich das Haus Schuhhagen 12 (Kat.-Nr. 273) und besaß zwei Grabplatten in der Marienkirche (Kat.-Nr. 280, 285). Zu Peter Corswant Kat.-Nr. 289, zu dem als Säugling verstorbenen Matthias Kat.-Nr. 250, zum jüngsten Sohn Kaspar Kat.-Nr. 26.

Textkritischer Apparat

  1. Die Anordnung der Namen in Spalten bei Dähnert wird hier beibehalten.

Anmerkungen

  1. Vgl. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 435, Anm. 2.
  2. Gesterding, Zweite Fortsetzung, S. 114 (Nr. 2); ein Trauergedicht für Kaspar Corswant in UB Greifswald, Vitae Pomeranorum, Bd. 7.
  3. Gesterding, Erste Fortsetzung, S. 181 (Nr. 7), S. 184 (Nr. 25).

Nachweise

  1. Dähnert, Denkmale, S. 293 (Nr. XI).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 274† (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di077g014k0027400.