Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 208 St. Marien 1501, 1584, M.16.–1.D.17.Jh., 1751, 18.Jh.

Beschreibung

Grabplatte für Gregor N. N. (A), Clawes Plestelin (B), Otto Friedrich von Block (D) und H. S. Block (E). Kalkstein. Hochrechteckige Platte vor dem Pfeiler zwischen dem vierten und fünften Joch des südlichen Seitenschiffs.1) In der linken oberen Ecke ist ein rechteckiges Stück herausgesägt. In der Plattenmitte die ein Sechseck bildende Inschrift A für Gregor N. N. Sie steht gegenüber den jüngeren Inschriften auf dem Kopf. Darunter Inschrift B für Clawes Plestelin. Unter B die Nummerierung F. Im oberen Drittel der Platte Inschrift D für Otto Friedrich von Block. Sie überlagert zwei ausgemeißelte Inschriften, von denen nur bei der oberen der Anfangsbuchstabe noch zu erkennen ist (C). Über D eine Hausmarke (H64). Im Inneren des von Inschrift A gebildeten Sechsecks eine Vertiefung, darin umgeben von einem kreisförmigen, erhabenen Rahmen Inschrift E für H. S. Block. Die Inschriften A, B und C erhaben in vertiefter Zeile, die übrigen sind eingehauen.

Maße: H. 253 cm, Br. 161 cm. Bu. 9 cm (A), 6,5 cm (B), 16 cm (C), 6 cm (D), 5 cm (E).

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien (A), Mischschrift aus gotischer Minuskel und Fraktur (B), Fraktur (C), Kapitalis mit Versalien (D, E).

Jürgen Herold [1/1]

  1. A

    An(n)o ˑ d(omi)ni ˑ M / d ˑ i desse ˑ / sten ˑ hort / g[re]g[or]a) ˑ [.]/[..]g[.](n)b) vn(de) syne(n) / . erven ˑ

  2. B

    Clawes Plestelin Vnd sinen Erben ˑ anno ˑ 84

  3. C

    P[ - - - ]

  4. D

    HERREN CAPITEIN OTTO FRIEDRICH / VON BLOCK 1751

  5. E

    H ˑ S / BLOCKEN

  6. F

    9c)

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1501. Dieser Stein gehört Gregor (...) und seinen Erben. (A)

Kommentar

Inschrift A, die älteste niederdeutsche der Marienkirche, stellt zudem das früheste Beispiel für einen inschriftlich datierten Besitzvermerk auf einer Greifswalder Grabplatte dar. Einmalig ist auch die sechseckige Form.

Durch den Verlust des Nachnamens lässt sich jedoch nicht mehr feststellen, wer die Platte 1501 erwarb. 1584 ging sie in den Besitz von Clawes Plestelin, der 1548 das Bürgerrecht erlangt hatte,2) über. Nach einem weiteren Besitzwechsel (C), der nur nach der Schriftform datiert werden kann, kam sie 1751 an Otto Friedrich von Block. Ob sie davor oder danach H. S. Block gehörte (E), ist ungewiss. Zwischenzeitlich war sie auch im Kirchenbesitz (F).

Textkritischer Apparat

  1. g[re]g[or]] Ergänzt nach Pyl; heute sind nur noch die g-Unterlängen erkennbar.
  2. [.]/[..]g[.](n)] Zu erkennen sind nur noch die Unterlänge des g und ein Nasalstrich über dem letzten Buchstaben.
  3. 9] Oder 6.

Anmerkungen

  1. Siehe Grundriss St. Marien, Nr. 195. Zur früheren Lage siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Marien, Nr. 86.
  2. StA Greifswald, Rep. 3 Nr. 28, Bl. 4r.

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 570 (A), 598 (D, E), 600 (B).

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 208 (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di077g014k0020806.