Inschriftenkatalog: Greifswald

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 77: Greifswald (2009)

Nr. 40† St. Jacobi 1341–1356, nach 1356

Beschreibung

Grabplatte für Michael und Everhard (A) sowie für Moritz und Bartholomäus Letzenitz (B). Die Platte war bereits 1885 in drei Fragmente zerbrochen, die im vierten und fünften Joch des Mittelschiffs und in der Turmhalle lagen.1) Heute verloren. Inschrift A für Michael und Everhard Letzenitz umlaufend zwischen Eckrosetten. Die Anbringungsweise von Inschrift B für Moritz und Bartholomäus Letzenitz ist nicht bekannt. Im Innenfeld das Wappen Letzenitz.

Inschriften nach Pyl.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. A

    Anno m ccc [ - - - ] michel et everard filii euerardi de lecenitze proconsulis

  2. B

    Hic iacet mauricius presbiter ac bartolomeus presbiter [ - - - ] arnoldi de lecenisse fratresa)

Übersetzung:

Im Jahr 13(..) (...) Michael und Everhard, Söhne des Bürgermeisters Everhard Letzenitz. (A)

Hier liegen der Priester Moritz und der Priester Bartholomäus, Brüder (...) des Arnold Letzenitz. (B)

Wappen:
Letzenitz2)

Kommentar

Michael und Everhard Letzenitz (A) waren früh verstorbene Söhne des Everhard Letzenitz († 1356) und der Trude Pape.3) Da die Inschrift ihn als Bürgermeister bezeichnet, muss sie während seiner Amtszeit (1341–1356) entstanden sein. Nach Pyl wurde Inschrift B für die Priester Moritz und Bartholomäus, die ebenfalls Söhne Everhards waren, wohl auf Veranlassung ihres Bruders Arnold später, das heißt nach Everhards Tod, hinzugefügt. Arnold Letzenitz, in erster Ehe verheiratet mit Margareta von Münster (Kat.-Nr. 65), in zweiter mit einer Taleke, wurde 1379 Ratsherr und 1388 Bürgermeister. Er starb 1417.4)

Textkritischer Apparat

  1. fratres] Nach Pyl in kleineren Buchstaben unter bartolomeus presbiter.

Anmerkungen

  1. Siehe Pyl, Greifswalder Kirchen, nach S. 248, Grundriss St. Jacobi, Nr. 11, 19, 42.
  2. Wappen Letzenitz: hier nach Pyl ehemals mit vertauschten Schildhälften (Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 649).
  3. Siehe Kat.-Nr. 38.
  4. Pyl, Genealogien 4, S. 162f. (Nr. 186); Pyl, Genealogien 2, S. 393; Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 642–645, 649f.; Wernicke, Greifswald, S. 537f. (Liste der Greifswalder Bürgermeister), hier S. 537. – Das Fehlen einer Amtsbezeichnung für Arnold Letzenitz in der Inschrift legt nahe, auf deren Entstehung in der Zeit zu schließen, bevor er Ratsherr und Bürgermeister wurde. Da die Platte aber bereits zu Pyls Zeiten nur noch fragmentarisch erhalten und die Inschrift bereits unvollständig war, ist auch nicht auszuschließen, dass Textverlust vorliegt.

Nachweise

  1. Pyl, Greifswalder Kirchen, S. 649f.

Zitierhinweis:
DI 77, Greifswald, Nr. 40† (Jürgen Herold, Christine Magin), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di077g014k0004004.