Inschriftenkatalog: Stadt Einbeck

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 42: Einbeck (1996)

Nr. 100† Neustädter St. Marienkirche 1576

Beschreibung

Grabdenkmal für Arnold Tetzler.

Inschrift nach Letzner.

  1. Anno 1576 postridie Resurrectionis Christi1) emigravit ex hac vita reverendus Vir Dominus M(agister) Arnoldus Tetzlerus Pastor hujus Ecclesiae per 36 Rector vero Scholae per septem Annos cujus anima requiescat in pace Amen

Übersetzung:

Im Jahre 1576 am Tage nach Christi Auferstehung schied aus diesem Leben der ehrwürdige Mann Herr Magister Arnold Tetzler, 36 Jahre lang Pastor dieser Kirche und sieben Jahre Rektor der Schule, dessen Seele in Frieden ruhe. Amen.

Kommentar

Der aus Lauenstein stammende Arnold Tetzler immatrikulierte sich am 17. Oktober 1534 an der Universität Wittenberg.2) Der Überlieferung zufolge amtierte Tetzler bereits seit 1534 als Rektor der Ratsschule. Er soll dieses Amt bis zur Zerstörung der Ratsschule durch den Brand von 1540 und deren Zusammenlegung mit der Stiftsschule St. Alexandri ausgeübt haben.3) Diese Angaben passen zwar zu der in der Inschrift genannten Amtszeit von sieben Jahren als Rektor, lassen sich jedoch nur schwer mit der Immatrikulation an der Wittenberger Universität im Jahr 1534 in Einklang bringen. Bald nach seinem Amtsantritt als Pastor an der Neustädter Kirche im Jahr 1540 wirkte Tetzler an der 1542 bis 1544 durchgeführten Kirchenvisitation mit und prüfte im Auftrag der Visitatoren die Einbecker Schüler.4)

Anmerkungen

  1. 23. April.
  2. Matrikel Wittenberg 1, S. 154b.
  3. Feise, Ratsschule, S. 58–60.
  4. Vgl. Karl Kayser (Hg.), Die reformatorischen Kirchenvisitationen in den welfischen Landen 1542–1544. Göttingen 1896, S. 581–583.

Nachweise

  1. Letzner, Chronica VI, Teil 1, 13, fol. 79v u. 89v.

Zitierhinweis:
DI 42, Einbeck, Nr. 100† (Horst Hülse), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di042g007k0010009.