Inschriftenkatalog: Ehemaliger Landkreis Querfurt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 64: Querfurt (2006)

Nr. 187 Albersroda, Hauptstr. Nr. 33 1616

Beschreibung

Wappentafel, Sandstein. Den Zugang zum Gehöft bildet ein großer Torbogen, neben dem sich links eine ehemals mit Sitznischen versehene Pforte befindet. Über deren Rundbogen ist in etwa 3 m Höhe eine querrechteckige Tafel in das Mauerwerk eingelassen, die von etwas vorkragenden Sandsteinplatten umrahmt ist. Das Binnenfeld ist zweigeteilt und läßt Reste einer früheren Bemalung1) erkennen. Das linke, etwas eingetiefte Drittel zeigt in reliefierter Kontur einen Wappenschild, der rechts von drei senkrecht übereinandergestellten und von je einem Kreis umgebenen Sternblüten, links von drei sechsstrahligen Sternen flankiert wird. Darüber weist die Platte am Rand eine rechteckige Aussparung auf. Die verbleibende Fläche ist mit der eingemeißelten Nameninschrift (A) versehen, nach der sich das Bibelzitat (B) anschließt.

Maße: H.: 62 cm; B.: 122 cm; Bu.: 6,5 cm (A), 4,0 cm (B).

Schriftart(en): Kapitalis.

SAW Leipzig, Inschriftenkommission (Ilas Bartusch) [1/1]

  1. A

    GLORIVSa) · SCHAB/CKEb) · ANNOc) · 1 · 6 · 16d)

  2. B

    DER · HERR · BEHV̈TE · / DEINEN · EINGANG · VNe) / AVSGANG · VON · NVHN · AN · / BIS · IN · EWIKEIT · AM(EN) ·2)

Wappen:
Erzmarschallamt (Kursachsen).3)

Kommentar

Die Kerben der Buchstaben, die nur unscheinbare Sporen besitzen und deren Höhe sich mit jeder Zeile ein wenig verringert, sind gleichbleibend schmal geschlagen. Die Cauda des R ist entweder gerade oder stachelförmig. Als Worttrenner dienen Quadrangel in Zeilenmitte.

Da der Name Schabcke (o. ä.) sich weder in den Einwohnerlisten von 1589 und 1621 noch in den 1616 einsetzenden Kirchenbüchern nachweisen läßt, muß angenommen werden, daß es sich hierbei um eine wiederverwendete Spolie fremder Provenienz handelt.4) Anhand des Wappens kann ihre Herkunft jedoch nur allgemein auf kursächsisches Gebiet eingegrenzt werden.

Textkritischer Apparat

  1. GLORIVS] Das I mit i-Punkt.
  2. SCHAB/CKE] Der Bogen des B undeutlich, der Buchstabe möglicherweise auch als D oder I interpretierbar.
  3. ANNO] Das A trapezförmig, die Schrägschäfte leicht eingebogen.
  4. 1 · 6 · 16] Beide 1 ohne Anstrich, die erste unten j-förmig nach links gebogen, die zweite als einfacher Schaft.
  5. VN] Das N schon sehr verwittert, auch die Lesung VND ist möglich.

Anmerkungen

  1. Bläuliche Farbreste in den Schäften und auf dem Wappen, sonst ockerfarben.
  2. Ps 121,8.
  3. Vgl. Siebmacher 1/1, 1856, S. 18, Taf. 24.
  4. Vgl. Augustin 1989, S. 12; PfA Schnellroda, Kb. 1.

Nachweise

  1. Freund 4, 1985, Abb. 238.

Zitierhinweis:
DI 64, Querfurt, Nr. 187 (Ilas Bartusch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di064l002k0018702.