Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 1104† St. Petri 1661

Beschreibung

Grabplatte für Dorothea Faddrian und Anna Damman, Ehefrauen des Simon Lüddecke. Die Grabplatte lag im Kirchenschiff. Um den Rand des hochrechteckigen Steins verlief die Inschrift A, im Innenfeld oben drei Wappen, darunter die Inschrift B.1) Der untere Teil des Innenfeldes war leer. Vermutlich sollte dort noch die Grabschrift des Ehemanns nachgetragen werden, was jedoch nicht geschah, da dieser sich erneut verheiratete.

Inschriften nach der Zeichnung in der Sammlung Sack.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. A

    ANNA DAMMANS EHRN KEMMERER / SIMON LVDDEKENSa) ANDERN HAVSFRAWE IST / GEBOHREN A(NN)O 1631 / GESTORBEN A(NN)O 1661 . VND ALHIER BEGRABEN

  2. B

    ANNO 1598 . IST GEBOHREN DIE ERBARE / VNDT TVGENDSAME FRAWE / DOROTHIA FADDRIAHNS H(ERRN) / SIMON LVDDEKENS ERSTE / EHELICHE HAVSFRAWE AVF / DEN 5 . TAG MARTY 1654 . IST / SIE SANFT VND SELIG GESTOR-/BEN VND ALHIER BEGRABEN .

Wappen:
Faddrian2)Damman4)Lüddecke3)

Kommentar

Simon Lüddecke war der Enkel des gleichnamigen Erbauers des Hauses ‘Zum goldenen Stern’ (vgl. Nr. 596) und ein Sohn des Simon Lüddecke und der Anna Drösemann. Er war seit dem Jahr 1656 Mitglied des Rates der Altstadt, 1660 bis 1666 amtierte er als Bruchkämmerer, 1667 bis 1671 als Kleiner Bürgermeister.5) Am 9. Februar 1634 heiratete er Dorothea Faddrian, die Witwe des Heinrich Schorkop. Nach deren Tod im Jahr 1654 heiratete er am 15. Dezember desselben Jahres Anna Damman, die Tochter des Henning Damman und der Anna Arens (vgl. Nr. 1107). Nach deren Tod im Jahr 1661 heiratete Simon Lüddecke im darauffolgenden Jahr in dritter Ehe Katharina Röther. Simon Lüddecke starb im Jahr 1680 und wurde wie seine zuvor verstorbenen Ehefrauen in St. Petri begraben.6)

Textkritischer Apparat

  1. V mit ü-Punkten.

Anmerkungen

  1. Beschreibung nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 141, p. 105.
  2. Wappen Faddrian (zwei gegeneinanderstehende steigende Steinböcke). Alle Wappeninhalte nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 141, p. 105.
  3. Wappen Lüddecke (gespalten, rechts eine Rose, links eine Lilie).
  4. Wappen Damman (Ochsenkopf). Vgl. Meier/Kämpe, Heraldische Untersuchungen 1903, S. 19.
  5. Vgl. Spieß, Ratsherren, S. 161.
  6. Angaben nach den biographischen Daten zu der Familie Lüddecke, Sta Braunschweig, H VIII A, Nr. 3453.

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 141, p. 40f., p. 76 u. p. 105 (Zeichnung).

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 1104† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di056g009k0110404.