Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 1087† St. Katharinen 1659

Beschreibung

Grabplatte des Lüdeke Juten. Die Platte lag im Mittelschiff der Kirche. Es handelte sich um einen hochrechteckigen Stein mit der umlaufenden Inschrift A. Im Innenfeld oben zwei Wappen, im linken die Inschrift B. Unterhalb der Wappen die Inschrift C.1)

Inschriften nach der Zeichnung in der Sammlung Sack.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. A

    AM 28 MARTIJ ANNO . 1659 . IST DER / EHRNVESTER GROSSACHTBAR UND WOLWEISER HERR / LÜDEKE JUTEN BURGEMEISTER / DIESER STADT SELIGLICH ENTSCHLAFFEN SEINES ALTERS 62 . JAHR .

  2. B

    G(OTTES) W(ORT) B(LEIBT) E(WIG) 2)

  3. C

    HIOB . 19 . CAP / ICH WEISS [ – – – ] FREMDER . 3)

Wappen:
Juten4)Gruber5)

Kommentar

Lüdeke Juten war der Sohn des Braunschweiger Bürgers Peter Juten und seiner Ehefrau Dorothea Lüddecke. Er gehörte von 1650 bis 1659 dem Rat des Hagens an, 1650 bis 1656 amtierte er als Bruchkämmerer, 1657 als Kleiner Bürgermeister und 1659 als Großer Bürgermeister.6) Er war viermal verheiratet, in erster Ehe mit Anna Jürgens, in zweiter Ehe mit Katharina Möller, in dritter Ehe mit Dorothea Lehrmann (vgl. Nr. 1068) und in vierter Ehe mit Emerentia Gruber, deren Wappen sich auf der Grabplatte befindet.7) Letztere stiftete nach dem Tod ihres Ehemannes auch in dessen Namen der Katharinenkirche eine Leuchterkrone (vgl. Nr. 1092). Emerentia Gruber heiratete in zweiter Ehe den Braunschweiger Bürgermeister Christopher Gerke, der ihr nach ihrem Tod im Jahr 1665 eine eigene Grabplatte setzen ließ (vgl. Nr. 1120). Daher ist ihre Grabschrift auf der Grabplatte ihres ersten Ehemannes nicht ausgeführt, obwohl ihr Wappen hier erscheint.

Anmerkungen

  1. Beschreibung nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 136, Teil 1, p. 299.
  2. 1. Pt. 1,25.
  3. Hi. 19,25–27. Die Bibelverse in der Sammlung Sack, Nr. 136, Teil 1, p. 299, nur auszugsweise überliefert. Sinngemäß zu ergänzen zu: Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und er wird mich hernach aus der Erde aufwecken. Und werde danach mit dieser meiner Haut umgeben werden und werde in meinem Fleisch Gott sehen. Denselben werde ich mir sehen, und meine Augen werden ihn schauen, und kein Fremder.
  4. Wappen Juten (Balken mit Inschrift GWBE, darüber und darunter je ein Stern). Wappenbeschreibungen nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 136, Teil 1, p. 299. Vgl. Meier/Kämpe, Heraldische Untersuchungen 1903, S. 20, dort die Initialen des Vulgatazitats.
  5. Wappen Gruber (Ast mit drei nach oben abgehenden Kleeblättern).
  6. Spieß, Ratsherren, S. 140.
  7. Angaben nach der Leichenpredigt, Roth, Auswertungen, Nr. 7533.

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 136, Teil 1, p. 77 (A) u. p. 299 (Zeichnung).

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 1087† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di056g009k0108708.