Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 1017† Dom St. Blasii 1652

Beschreibung

Grabplatte des Philipp Möring. Der Stein lag im nördlichen Seitenschiff. Die Inschrift A verlief zeilenweise über die Platte, darunter waren zwei Wappen aus Messing in den Stein eingelassen, in der Mitte darüber ein Engelskopf. Unterhalb der Wappen Beischriften (B).1)

Inschriften nach der Zeichnung in der Sammlung Sack.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. A

    CORPUS REVERENDI NOBILISSIMI / ET AMPLISSIMI VIRI DOMINI PHILIPPI / MÖRINGII I(URIS) U(TRIUSQUE) D(OCTORIS) SERENISSIMORUM / PRINCIPUM BRUNSVIC(ENSIUM) ET LÜNEBURG(ENSIUM) / RESPECTIVE CANCELLARII DANNEN-/BERG(ENSIS) CONSILIARII INTIMI DICASTERII / PROVINCIALIS NEC NON CONSISTORII / GUELPHIIa) ASSESSORIS HUIUS AEDIS / DECANI PIE ET PLACIDE MORTUI IDIB(US) AUGUSTI2) ANNO MDCLII . AETA-/TIS SUAE ANNO LXIX . CUI SI PIE-/TAS CANDOR ATQUE PRUDENTIA / VITAM PROROGARE POTUISSENT / VEL IN ALTERUM TANTUM VIXISSET / SUB HOC MONUMENTO IACET SEPUL-/TUMb) QUOD ANNA ELISABETHA REICHEN / VIDUA EIUS RELICTA AMORIS CONIUGA-/LIS ERGO PONI CURAVIT

  2. B
    PHILIPP MÖRING ANNA ELISABETH REICHEN 

Übersetzung:

Der Körper des ehrwürdigen, sehr vornehmen und sehr bedeutenden Mannes, Herrn Philipp Möring, Doktor beider Rechte, der Reihe nach Kanzler der erlauchten Fürsten von Braunschweig und Lüneburg, von Dannenberg, geheimer Rat des Provinzialgerichts und zudem Assessor des welfischen Konsistoriums und Dekan dieser Kirche, der fromm und sanft gestorben ist an den Iden des August im Jahr 1652 im 69. Lebensjahr, der, wenn die Frömmigkeit, die Aufrichtigkeit und die Klugheit das Leben hätten verlängern können, doppelt solange gelebt hätte, liegt unter diesem Gedenkstein begraben, den Anna Elisabeth Reiche, seine hinterlassene Witwe, aus ehelicher Liebe setzen ließ. (A)

Wappen:
Möring3)Reiche4)

Kommentar

Der aus Duderstadt stammende Philipp Möring immatrikulierte sich im Jahr 1603 an der Universität Helmstedt, wo er 1615 den Doktortitel erwarb.5) Seit 1612 fungierte er als braunschweigischer Rat, im Jahr 1637 wurde er zum Kanzler in Dannenberg ernannt. In erster Ehe war er mit Elisabeth Hedwig Berkelmann verheiratet, in zweiter Ehe mit der aus Hameln stammenden Anna Elisabeth Reiche.6) Philipp Möring gehörte in der Zeit von 1647 bis zu seinem Tod im Jahr 1652 dem Stift St. Blasii an und amtierte in diesen Jahren als Dekan.7)

Textkritischer Apparat

  1. GUELPHII] GUELPHIO Sammlung Sack.
  2. SEPULTUM] SEPULCRUM Sammlung Sack.

Anmerkungen

  1. Beschreibung nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 129, Teil 1 (o. P.).
  2. 13. August.
  3. Wappen Möring (geteilt, oben Mohrenkopf, unten zwei Sterne). Wappenbeschreibungen nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 129, Teil 1 (o. P.).
  4. Wappen Reiche (durch zwei Spitzen geteilt).
  5. Matrikel Helmstedt, Bd. 1, S. 171, Nr. 10, u. S. 245, Nr. 1.
  6. Samse, Zentralverwaltung, S. 176. Anna Elisabeth Reiche war die Tochter des Hamelner Bürgermeisters Gerhard Reiche und eine Schwester der Katharina Hedwig Reiche (vgl. DI 28, Hameln, Nr. 113).
  7. Vgl. Döll, Kollegiatstifte, S. 190.

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 129, Teil 1 (o. P., Zeichnung) u. Teil 3, p. 44.

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 1017† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di056g009k0101709.