Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 1008† St. Katharinen 1625, 1651

Beschreibung

Grabplatte des Henning Schrader und der Anna Raven. Der Stein lag im Mittelschiff der Kirche. Die Inschrift A verlief außen um den Rand des Steins, die Inschrift B als zweite Zeile darunter. Im Innenfeld in den oberen Ecken je ein Wappen, darunter die Inschriften C und D.1)

Inschriften nach der Zeichnung in der Sammlung Sack.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. A

    AM XI MAY AN(N)O MDCXXV IST DER / ERNVESTER VORACHTBARER UND WOLWEISER HERR HENNING SCHRADER / BVRGEMEISTER IM LXV . JAHR / SEINES ALTERS IN GOTT SELIGLICH ENTSCHLAFEN

  2. B

    AM VI APRIL AN(N)O MDCLI IST / DIE ERBARE EHR UND VIELTUGENDREICHE FRAW ANNA RAVENS HENNING / SCHRADERS WEILAND BURGER/MEISTER HINTERLASSENE WITTIBE IM LXXIII . JAHRE IHRES ALTERS IN GOTT SELIGLICH ENTSCHLAFEN

  3. C

    JOH . X . CAP . / MEINE SCHAFE [ – – – ]/NE STIMME [ – – – ] / SIE [ – – – ] / ICH [ – – – ] / LEBEN [ – – – ] /MERMEHR [ – – – ] / NIEMAND [ – – – ] / MEINER HAND REISSEN 2)

  4. D

    JOH . AM III . CAP . / ALSO HAT GOTT [ – – – ] / GELIEBET [ – – – ] / EINGEB[ – – – ] / AUF [ – – – ] / GLAUBEN [ – – – ] /NEN [ – – – ] / DAS EWIGE LEBEN HABEN 3)

Wappen:
Schrader4)Raven5)

Kommentar

Es läßt sich nicht entscheiden, ob die Grabplatte nach dem Tod des Ehemannes oder nach dem Tod der Ehefrau angefertigt wurde.

Henning Schrader war der Sohn des Heinrich Schrader und der Margaretha von Damm. Nach dem Schulbesuch in Braunschweig absolvierte er eine Lehre bei einem Kaufmann in Aachen. In Braunschweig wurde er Mitglied der Wandschneidergilde. Im Jahr 1594 amtierte er als Bruchkämmerer des Hagens, 1597 fungierte er als Kleiner Bürgermeister und 1603 bis 1614/16 als Großer Bürgermeister.6) Im Jahr 1600 heiratete Henning Schrader Anna Raven, die Tochter des Einbecker Kaufmanns Brun Raven und der Lucia von Vechelde.7) Dem Ehepaar gehörte das Haus Hagenmarkt 14 (vgl. A1 1609).

Anmerkungen

  1. Beschreibung nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 136, Teil 1, p. 282.
  2. Jh. 10,27f. In der Sammlung Sack, ebd., nur auszugsweise überliefert. Sinngemäß zu ergänzen zu: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen.
  3. Jh. 3,16. In der Sammlung Sack, ebd., nur auszugsweise überliefert. Sinngemäß zu ergänzen zu: Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
  4. Wappen Schrader. In der Zeichnung der Sammlung Sack, Nr. 136, Teil 1, p. 282, nur mit Namen angegeben.
  5. Wappen Raven (Hakenkreuz). Nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, ebd.
  6. Spieß, Ratsherren, S. 210.
  7. Vgl. DI 42 (Einbeck), Nr. 101. Die biographischen Angaben nach den Leichenpredigten für Henning Schrader und Anna Raven, Roth, Auswertungen, Nr. 8389 u. 3873.

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 136, Teil 1, p. 82 (A, B) u. p. 282 (Zeichnung).

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 1008† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di056g009k0100800.