Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 540(†) Burgplatz 2 1573, 1575

Beschreibung

Hausinschriften.1) Dreigeschossiges traufenständiges Fachwerkhaus, auf der linken Seite ein über die beiden Obergeschosse und das Dach reichender dreigeschossiger Erker mit turmartigem Abschluß. Die Inschrift A in erhabenen Buchstaben über dem Torbogen auf der rechten Seite des Hauses, links und rechts darunter in den Zwickeln je ein Wappenschild. Die Inschrift B stand auf einem steinernen Sturz im Flur des Hauses über dem Kellereingang, auch hier befanden sich zu beiden Seiten die Wappen des Erbauerehepaars. Die Jahreszahl C stand über einem Kamin in einem Zimmer des zweiten Obergeschosses; darüber das Allianzwappen der Erbauer. Die Jahreszahl D befand sich auf dem oberen Schwellbalken der Hofseite.

Inschrift B nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, die Jahreszahl C nach Steinacker, die Jahreszahl D nach Beck.

Maße: Bu.: ca. 12 cm (A).

Schriftart(en): Fraktur.

Sabine Wehking [1/1]

  1. A

    Achatzes · von · Velthem · Margareta · von Salder ··S(eine) · E(heliche) · H(aus) · F(rau) · Anno · D(omini) 1573

  2. B†

    achatzes von · Velthem · Margikema) · von Salder / S(eine) · E(heliche) · H(aus) · F(rau) · Anno · D(omini) 1 · 5 · 7 · 5

  3. C†

    1575

  4. D†

    1575

Wappen:
Veltheim2)Saldern3)

Kommentar

Das Grundstück war bereits seit Beginn des 14. Jahrhunderts als Lehen im Besitz der Familie von Veltheim.4) Achatz von Veltheim, Erbgesessener auf Ostrau und Harpke, und Margarethe von Saldern heirateten im Jahr 1568. Achatz von Veltheim starb im Jahr 1588, seine Ehefrau im Jahr 1615. Sie wurden in der Schloßkirche von Harpke beigesetzt, wo sich ein großes Epitaph für das Ehepaar und eine Grabplatte für Achatz von Veltheim befinden.5)

Textkritischer Apparat

  1. Möglicherweise Fehllesung von Margareta.

Anmerkungen

  1. Nro. St. Blas. 47.
  2. Wappen Veltheim (viergeteilt: 1. u. 4. Baumstamm, beidseitig mit Lindenblättern, 2. u. 3. breiter Balken mit zwei Querfäden belegt). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 2, Abt. 2, S. 10 u. Tafel 9.
  3. Wappen Saldern (Rose). Vgl. ebd., Bd. 6, Abt. 11, S. 50 u. Tafel 29.
  4. Meier, Häuserbuch, Bd. 4, p. 243.
  5. Sta Braunschweig, H VIII A, Nr. 5080.

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 90, Teil 1, fol. 86v (B, Zeichnung).
  2. Beck, H III, 1,15, fol. 11v (D).
  3. Bürgerhaus (A).
  4. Hausinschriften (A).
  5. Edel, Fachwerkhäuser, S. 25 (A).
  6. Steinacker, Häuserkatalog (C).

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 540(†) (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di056g009k0054009.