Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 1155† St. Andreas 1669

Beschreibung

Grabplatte des Achatz von Damm. Außen um den hochrechteckigen Stein verlief die Inschrift A, im Innenfeld oben zwei Wappen, darüber Initialen (B), darunter die Inschrift C.1)

Inschriften nach der Zeichnung in der Sammlung Sack.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. A

    AMPLISSIMUS ET CONSULTISSIM(US) D(OMI)N(US) / ACHATIUS A DAM I(URIS) V(TRIUSQUE) L(ICEN)T(IATUS) ADVOCATUS BRUNSVICENSIS CELEBERIMUS EIUS/QUE CIVITATIS PATRICIUS SPECTATIS-/SIMUS NATUS ANNO 1631 . D(IE) 29 AUGUSTI OBIIT 1669 . D(IE) 22 DECEMBR(IS)

  2. B

    A(CHATIUS) V(ON) D(AM) I(URIS) V(TRIUSQUE) L(ICENTIATUS) G . U .a)

  3. C

    IN AMORE DEI PASSIONE CHRISTI OMNE MEUM / SOLAMEN / PRAESENTISSIMUM MOR-/TIS PRESENTIS PHAR-/MACUM / CERTUM CERTAN-/TIS OLIM REFUGIUM / AETERNUM IAM / TRIUMPHANTIS / PRAEMIUM / MORSU QUONDAM SERPENTIS / LAESUS ET VICTUS IAM VICTOR / VIVO ET VULNERE CHRISTI / SANATUS IN PACE HIC / QUIESCO

Übersetzung:

Der hochangesehene und überaus ratskundige Herr Achatz von Damm, Licentiat beider Rechte, ein sehr berühmter Braunschweigischer Advokat und hochangesehener Bürger dieser Stadt, geboren im Jahr 1631 am 29. Tag des August, starb 1669 am 22. Tag des Dezember. (A)

Achatz von Damm, Licentiat beider Rechte. (B)

In der Liebe Gottes und dem Leiden Christi liegt mein ganzer Trost, das wirksamste Heilmittel gegen den gegenwärtigen Tod, die sichere Zuflucht des einst Kämpfenden, der ewige Lohn des schon Triumphierenden. Einst durch den Biß der Schlange verwundet und besiegt, lebe ich schon als Sieger und, durch die Wunde Christi geheilt, ruhe ich hier in Frieden. (C)

Wappen:
Damm2)Garssen3)

Kommentar

Achatz von Damm war der Sohn des Zacharias von Damm und der Emerentia von Broitzem. Im Jahr 1651 immatrikulierte er sich an der Universität Helmstedt, 1654 an der Universität Königsberg und 1657 an der Universität Leiden.4) Im darauffolgenden Jahr unternahm er eine Reise durch Frankreich; 1659 erwarb er in Straßburg den Titel eines Licentiaten beider Rechte.5) Im Juni 1662 heiratete er Emerentia Garssen und ließ sich als Advokat in Braunschweig nieder.6)

Textkritischer Apparat

  1. Die beiden letzten Initialen können nicht sinnvoll aufgelöst werden. Möglicherweise liegt hier ein Lesefehler vor, da die Initialen wahrscheinlich die beiden Wappenschilde bezeichnen sollten. Dann müßten über dem Wappen der Ehefrau die Initialen E. G. gestanden haben. Vgl. den Kommentar.

Anmerkungen

  1. Beschreibung nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 128, p. 187.
  2. Wappen Damm (steigender Hund mit Halsband). Wappenbeschreibungen nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 128, p. 187. Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 2, Abt. 2, S. 4 u. Tafel 2.
  3. Wappen Garssen (fünf Rosen schräg durch den Schild gestellt). Vgl. Spießen, Wappenbuch, Bd. 1, S. 58 u. Tafel 138.
  4. Matrikel Helmstedt, Bd. 2, S. 80, Nr. 10. Matrikel Königsberg, Bd. 1, S. 540, Nr. 107. Matrikel Leiden, Bd. 1, Sp. 459.
  5. Matrikel Straßburg, Bd. 2, S. 514, Nr. 251.
  6. Angaben nach der Leichenpredigt, Roth, Auswertungen, Nr. 8253.

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 128, p. 40 u. p. 187 (Zeichnung).

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 1155† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di056g009k0115507.