Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 848† St. Katharinen 1635

Beschreibung

Grabplatte des Ludolph Garssen. Der Stein lag im Mittelschiff. Um den Rand der Platte verlief die Inschrift A, im Innenfeld oben ein, unten drei Wappen, jeweils mit einer Beischrift bezeichnet (B), von denen die obere und die letzte in der unteren Reihe im 18. Jahrhundert nicht mehr zu lesen waren. Im Innenfeld befand sich noch eine weitere Inschrift, die jedoch im 18. Jahrhundert bereits zerstört war.1)

Inschrift nach der Zeichnung in der Sammlung Sack.

Schriftart(en): Fraktur.

  1. A

    Anno 1635 . d(en) 13 . Junij Ist der Ehrnveste / Großachtbare und Hochgelahrte Herr Ludolph Garssen Fürstl(ich) Br(aunschweigisch) Lüneb(urgischer) Rath / und der beijden Landschaften Wolffenbuttelschen / und Kahlenber(gischen) theils Syndic(us) in Gott selig entschlaffen seines alters 75 . Jahr

  2. B

    [ – – – ] // Ilse Platten // Emerentia v(on) Rethem // [ – – – ]

Wappen:
Garssen2)
Platte3)Rethem4)Engelke2)

Kommentar

Ludolph Garssen war der Sohn des Ernst Garssen, Propst in Kloster Kemnade bei Bodenwerder, und der Ilse Thünen. Im Jahr 1577 immatrikulierte er sich an der Universität Helmstedt, 1579 an der Universität Wittenberg.5) Nach dem Studium ließ er sich in Braunschweig nieder und heiratete 1584 Elisabeth Platte. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau im Jahr 1594 heiratete Ludolph Garssen 1595 Emerentia von Rethem. Im selben Jahr wurde er Syndikus der Wolfenbütteler Landschaft. Im Jahr 1616 wurde er zum Geheimen Rat des Herzogs Friedrich Ulrich von Braunschweig-Lüneburg berufen. 1622 zog er nach Wolfenbüttel, kehrte aber bald wieder nach Braunschweig zurück und fungierte hier als Rat des Herzogs August von Braunschweig-Lüneburg. Nach dem Tod der Emerentia von Rethem im Jahr 1625 heiratete er im folgenden Jahr Margaretha Engelke.6)

Anmerkungen

  1. Beschreibung nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 136, Teil 1, p. 290.
  2. Der Wappeninhalt war offenbar schon im 18. Jahrhundert nicht mehr zu erkennen, vgl. die Zeichnung in der Sammlung Sack, ebd.
  3. Wappen Platte (Schild geteilt, oben zwei, unten drei abgetreppte Giebel?). Wappenbeschreibungen nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, ebd.
  4. Wappen Rethem (zwei gekreuzte Fackeln, oben durch eine Halterung verbunden). Vgl. Reidemeister, Genealogien, S. 48/49.
  5. Matrikel Helmstedt, Bd. 1, S. 14, Nr. 137; Matrikel Wittenberg, Bd. 2, S. 281b.
  6. Angaben nach der Leichenpredigt, Roth, Auswertungen, Nr. 3262.

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 136, Teil 1, p. 68 u. p. 290 (Zeichnung).

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 848† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di056g009k0084801.